Burana Turm, Kirgistan

Der Burana-Turm im Norden von Kirgistan ist das prominenteste Überbleibsel der verschwundenen Stadt Balasagun aus dem 9. Jahrhundert - © “Travel Experts” Kyrgyzstan
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Der weithin sichtbare Burana-Turm an der Seidenstraße im Norden von Kirgistan ist das prominenteste Überbleibsel der verschwundenen Stadt Balasagun, die im 9. Jahrhundert von den Karachaniden errichtet wurde.

Im Norden von Kirgistan direkt an der Seidenstraße ragt eines der ältesten derartigen Bauwerke Zentralasiens in den Himmel. Der Burana Turm am linken Ufer des Flusses Tschüi wurde vermutlich von den Karachaniden im 11. Jahrhundert als Minarett errichtet. Von diesem Umstand stammt vermutlich auch der Name des Turms, denn „murana“ bedeutet im Türkischen „Minarett“.

Zur Zeit seiner Entstehung war der Burana-Turm geschätzte 45 Meter hoch. Als Folge eines Erdbebens im frühen 20. Jahrhundert beträgt seine Höhe heute nur noch knapp 25 Meter. Der Turm liegt rund 80 Kilometer östlich der kirgisischen Hauptstadt Bishkek und etwa 12km südwestlich der Stadt Tokmok. Das weithin sichtbare Bauwerk fungierte gleichzeitig als Zeichen für Reisende und Händler auf der Seidenstraße, dass die nächste Stadt und damit der nächste Rastplatz nicht mehr weit entfernt ist.

Der Burana-Turm im Norden von Kirgistan fungierte als Minarett und Zeichen für Reisende auf der Seidenstraße, dass die nächste Stadt nicht mehr weit ist - © “Travel Experts” Kyrgyzstan
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Verschwundene Stadt Balasagun?

Neben dem Turm haben auch noch Reste einer doppelten Stadtmauer, einige Gebäude, darunter drei Mausoleen und die Überreste von Wasserleitungen die Jahrhunderte überdauert. Die Stätte wird für die karachanidische Hauptstadt Balasagun gehalten, die im 9. Jahrhundert gegründet und im 14. Jahrhundert von den Mongolen zerstört wurde.

Über eine angeblich noch originale Wendeltreppe in seinem Inneren kann der Burana-Turm erklommen werden und bietet einen guten Überblick über die Ruinen in seiner Umgebung, die über eine Fläche von über 30 Hektar verstreut sind. Die Tür zum Turm liegt in 7 Metern Höhe und kann über eine Stahltreppe erreicht werden.

Der Komplex ist seit 1976 ein Museum, in dem auch Münzen, Schmuck und andere Fundstücke der Region ausgestellt sind, unter anderem eine skythische Begräbnismaske aus purem Gold.

Nicht weit vom Burana-Turm entfernt ist im Freilichtmuseum der Balbals ein weitläufiges Gräberfeld zu besichtigen. Unzählige Grabsteine wurden hier in die Form von menschlichen Figuren gemeißelt und bilden die so genannten Balbals. Die steinernen Krieger aus dem 6. Jahrhundert erinnern an die tapferen Soldaten, die für ihr Land gefallen sind.

Die steinernen Krieger in der Nähe des Burana-Turms im Norden von Kirgistan erinnern an die tapferen Soldaten, die für ihr Land gefallen sind - © “Travel Experts” Kyrgyzstan
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Legende von der Prinzessin des Burana-Turms

Dem Herrscher des Landes prophezeite einst eine Hexe, dass seine Tochter im Alter von 18 Jahren sterben würde. Um dies zu verhindern sperrte der Khan die Prinzessin in den Burana-Turm, den niemand betreten durfte, außer einem Diener, der dem Mädchen zu essen brachte. So vergingen die Jahre und aus dem Kind wurde eine hübsche junge Frau. Doch eines Tages verkroch sich eine giftige Spinne in die Speisen, die der Diener in den Turm trug. Die Königstochter wurde kurz darauf von ihr gebissen und starb im Turm – genau an ihrem 18. Geburtstag.

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