Mausoleum von Khoja Ahmed Yasawi in Turkestan, Kasachstan

Das Mausoleum des Sufi-Heiligen Khoja Ahmed Yasawi wurde Anfang des 14. Jahrhunderts errichtet, Kasachstan - © Djusha / Shutterstock
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Das Mausoleum des Sufi-Heiligen Khoja Ahmed Yasawi befindet sich am Rand der kasachischen Steppe und ist der Prototyp des timurischen Architektur-Stils. Der Mongolen-Herrscher Timur ließ die Grabmoschee Anfang des 14. Jahrhunderts errichten und über und über mit fantastischen Verzierungen schmücken.

Das Mausoleum des asketischen Poeten, Mystiker und Religionsstifters Khoja Ahmed Yasawi ist eine prächtige Grabmoschee mit beeindruckenden kunstvollen Verzierungen. Sie befindet sich im heutigen Turkestan am Rand der kasachischen Steppe und gehört seit 2003 als Prototyp der timurischen Architektur zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Großer Heiliger Khoja Ahmed Yasawi

Der Mann, der dort begraben liegt, ist unter den Kasachen heilig, denn er brachte den nomadischen Steppenvölkern Kasachstans den Islam. Khoja Ahmed Yasawi gilt heute als wichtigster Vertreter des Sufismus, einer islamischen Mystik, die Mittelasien bis heute prägt.

Über die berühmte Seidenstraße kam er einst in das wilde Land und ließ sich im heutigen Turkestan im Süden Kasachstans nieder, wo er predigte und lehrte. Im Jahr 1146 verstarb er. Das prächtige Mausoleum wurde Anfang des 14. Jahrhundert im Auftrag des Mongolenherrschers Timur errichtet, der damals ganz Zentralasien beherrschte. Noch mehr als seine Macht liebte der Weltenherrscher die Baukunst. Am Mausoleum für Khoja Ahmed Yasawi erprobte er Techniken und Dekor, die später seine Hauptstadt Samarkand schmücken sollte.

Besterhaltenes Bauwerk Timurs

Heute gilt es als besterhaltenes Bauwerk aus der Zeit des Timur, obwohl die Bautätigkeiten mit dem Tod von Timur 1405 nach gut 15 Jahren Bauzeit eingestellt wurden. Der Bauabbruch ist an den unfertigen Minaretten deutlich zu sehen. Trotz seiner Unvollendung misst der rechteckige Grundriss eine enorme Fläche von 46 mal 63 Metern. Mit dem Bau des Mausoleums begann in Zentralasien jedoch eine neue Ära der Architektur, der Timur-Stil. Das gesamte Mausoleum zeugt von der Detailverliebtheit des Herrschers. Die Mauern bestehen aus „ganch”, einem Gemisch aus Mörtel, Gips und Kreide, und sind mit prachtvollen Verzierungen geschmückt.

Tipp: Obwohl das prachtvolle Mausoleum des Khoja Ahmed Yasawi aufgrund seiner Abgeschiedenheit eher schwer zugänglich ist, sollte man sich einen Besuch der historischen Grabmoschee nicht entgehen lassen. Wie überall in Kasachstan ist eine Begleitung durch Einheimische zu empfehlen.

Die Grabmoschee wird von einer enormen Kuppel dominiert, die mit einem Durchmesser von 18,2m die größte Ziegelkuppel Zentralasiens darstellt. Mit ihren himmelblau glasierten Fliesen und einer Höhe von 36 Metern ist sie schon von weitem sichtbar. Die zweite, kleinere timurische Kuppel mit ihrem charakteristischen gerillten Abschluss ist auch in Samarkand immer wieder anzutreffen.

Im Inneren sind auch zwei Stockwerken 8 Hallen und 27 kleinere Zimmer untergebracht. Gleich hinter dem „iwan”, dem kolossalen Eingangsportal befindet sich eine riesige Versammlungshalle, in dessen Zentrum ein großer bronzener Kessel steht, der für spirituelle Riten verwendet wurde. Weiters sind in der Grabmoschee auch eine Küche, ein kleine Moschee, Lagerräume und eine Bibliothek untergebracht. Natürlich beherbergt das Mausoleum auch die zweikuppelige Grabkammer mit dem Sarkophag des Sufi-Heiligen Khoja Ahmed Yasawi. Überall findet man auch in den Innenräumen, wenn auch nicht so prunkvoll wie an den Außenmauern, kunstvolle Mosaikarbeiten und Schnitzereien.