Charyn Canyon, Kasachstan

Der Charyn Canyon ist 150km lang und wurde durch den Charyn Fluss in die wildromantische Landschaft Kasachstans geschnitten, Kasachstan - © Maxim Petrichuk / Fotolia
© Maxim Petrichuk / Fotolia

Der Charyn Canyon im Charyn Nationalpark im Südosten Kasachstans wird aufgrund seines karmesinroten Gesteins und den bizarren Felsformationen auch als „Kleiner Bruder des Grand Canyon“ bezeichnet.

Der Charyn Canyon, auch unter der Schreibweise „Sharyn Canyon” bekannt ist ein 150km langer Canyon im Südosten Kasachstans in der Provinz Almaty. Er befindet sich etwa 200 Kilometer von der Großstadt Almaty (bis 1994 Alma-Ata genannt) entfernt und liegt in der Nähe der Grenze zu China.

Der Charyn Canyon wurde durch den Charyn Fluss in die wildromantische Landschaft Kasachstans geschnitten und ist Teil des Charyn Nationalparks, der im Jahr 2004 in den Provinzen Uyghur und Kegen gegründet wurde. Die Gesteinsschichten des Canyons sind bis zu 12 Millionen Jahre alt.

Unterwegs zum Charyn Canyon

Der Canyon liegt über den Kulja-Highway etwa dreieinhalb Autostunden von Almaty entfernt, eine Reise zu dieser absolut unvergesslichen Landschaft lohnt sich aber in jedem Fall. Je nach Budget kann man die spektakuläre Schlucht mit dem Auto, mit dem Bus oder auch mit dem Helikopter erreichen. Die unbefestigte Straße, die vom Highway weg zum Nationalpark führt, ist beschildert. Wenn man gerade zum Fluss hinunterkurven will, ist nicht unbedingt ein Allrad-Fahrzeug nötig. Schon an der Kante zu stehen und in den Canyon hinunterzublicken ist absolut beeindruckend.

Tipp: Nicht zu nah an den Abgrund herangehen, es gibt keine Sicherung und eine plötzliche Windböe kann verheerende Folgen haben!

Der atemberaubende Canyon erreicht an manchen Stellen eine Tiefe von bis zu 300 Metern und windet sich durch die nördliche Bergkette der Tien Shan. Der beeindruckendste Abschnitt des Charyn Canyons wird auch „Dolina Zamkov”, „Tal der Burgen” genannt. Auf einer Länge von etwa 2km haben sich im Lauf der Zeit aus dem rotbraunen Gestein spektakuläre Skulpturen gebildet. Manche dieser steinernen Meisterwerke von Mutter Natur erinnern an Ruinen von alten Burgen, Türmen und Schlössern, deren rötliche Zinnen noch in den Himmel ragen.

Tipp: Von der Bushaltestelle zum Tal der Burgen sind es etwa 15 Kilometer, die normalerweise leicht zu erwandern sind. Vorteil ist die bizarre Wüstenlandschaft, durch die man sich bewegt; Nachteil die extremen klimatischen Bedingungen. Extreme Hitze im Sommer und extreme Kälte im Winter. Kreislaufschwache Personen sollten diese Tour lieber nicht unternehmen.

Aufgrund dieser bizarren Felsformationen und dem karmesinroten Gestein erinnert der Charyn Canyon hier stark an den weltberühmten US-amerikanischen Grand Canyon. Der Charyn Canyon ist jedoch kleiner als der Grand Canyon und hat daher den Spitznamen „Kleiner Bruder des Grand Canyon” erhalten.

Etwa 20km vom Tal der Burgen entfernt befindet sich eine Baumgruppe einer äußerst seltenen Eschenart, die noch aus der Eiszeit stammt. Aufgrund der landschaftlichen Diversität im Charyn Canyon wachsen noch weiter 1.500 Pflanzenarten in der spektakulären Schlucht.