Altyn Emel Nationalpark, Kasachstan

Ein Blitz schlägt in große Steine im Altyn Emel Nationalpark ein, Kasachstan - © byheaven / Fotolia
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Der Altyn Emel Nationalpark im Südosten von Kasachstan besteht zu drei Viertel aus rauem Hochgebirge und wilden Sanddünen und hält einige faszinierende Attraktionen bereit.

Der Altyn Emel Nationalpark liegt im Südosten von Kasachstan etwa 150km von Almaty entfernt und ist der größte Nationalpark des Landes. Er wurde 1996 gegründet und beinhaltet die südwestlichen Ausläufer der dsungarischen Alatau, ein Hochgebirge Kasachstans und reicht entlang des Flusses Ili bis an den Kaptschagai-Stausee. Gleich auf der gegenüberliegenden Seite des Ili schließt der Charyn-Nationalpark mit seinen spektakulären karmesinroten Felsformationen an.

BILDER: Altyn Emel Nationalpark

 

Historischer Name: „Altyn Emel” bedeutet „Goldener Sattel”. Angeblich soll der mongolische Dschingis Khan im Jahr 1219 durch dieses Gebiet gekommen sein. Als er das Reich erblickte, welches er zu erobern plante, sagte er angeblich, er fühle sich, als säße er in einem goldenen Sattel.

Tier- und Pflanzenwelt im Altyn Emel Nationalpark

Auf einer Fläche von knapp 4.600km2 umfasst der Altyn Emel Nationalpark zu drei Viertel Wüsten und Gebirge. Lediglich 20km2 sind fruchtbare Flusswälder, die in der kargen Region Kasachstans eine wertvolle Oase des Lebens darstellen. Hier gedeihen die seltenen Turanga-Bäume, die nur in der kasachischen Steppe zu finden sind. Denn trotz der kargen Landschaft haben sich im Altyn Emel Nationalpark 70 verschiedene Säugetierarten angesiedelt.

Przewalski-Pferde, die Ur-Form unserer heutigen Pferde im Altyn Emel Nationalpark, Kasachstan - © joël BEHR / Fotolia
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Der Turkmenische Halbesel wurde nach seiner Ausrottung mit 32 Stuten und 4 Hengsten wieder angesiedelt. Mittlerweile ist ihre Zahl auf über 2.000 angewachsen. Ähnlich verhält es sich mit dem Przewalski-Pferd, der Ur-Form unserer heutigen Pferde. Als es nur noch 5 Tiere dieser Art gab, wurden sie zusätzlich gefüttert und vier weitere Pferde im Park angesiedelt.

Mittlerweile hat sich auch ihr Bestand erholt. Das nächste Ansiedlungsprojekt stellen die äußerst seltenen Bucharahirsche dar. Im Nationalpark sind die edlen Geweihträger vor Wilderern und ihr Lebensraum vor Rodung geschützt.

Das Argali, ein riesiges Wildschaf, hat im Altyn-Emel-Nationalpark in Kasachstan einen geschützten Lebensraum gefunden - © karamysh / Shutterstock
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Weitere Huftiere im Altyn Emel Nationalpark stellen die Kropfgazelle und das Argali, ein riesiges Wildschaf mit mächtigen gekrümmten Hörnern, dar. Weiters laufen einem auf einer Safari durch den Park Bergziegen, Wölfe und Füchse über den Weg und in luftiger Höhe kann der eine oder andere Steinadler entdeckt werden.

Fantastische Landschaft des Altyn Emel Nationalparks

Besucher des Nationalparks schätzen ganz besonders die landschaftliche Schönheit des Altyn Emel Nationalparks. Die in vielen Orange-, Rot- und Brauntönen schimmernden Berge von Aktau („die weißen Berge”) und Katutau und die ehrwürdigen Sanddünen bieten fantastische Kulissen, die man wohl sein Leben lang nicht vergisst.

Die in vielen Orange-, Rot- und Brauntönen schimmernden Berge von Aktau („die weißen Berge“) im Altyn Emel Nationalpark, Kasachstan - © byheaven / Fotolia
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In Terekty wurden Felszeichnungen gefunden, die auf das 16. bis 13. Jahrhundert vor Christus datiert wurden. Gleich in der Nähe der uralten Petroglyphen am rechten Ufer des Ili befindet sich eine der Hauptattraktionen des Altyn Emel Nationalparks: Die Singende Düne. Bei trockenem Wetter und vor allem bei Westwind macht sie ihrem Namen alle Ehre. Streicht der Wind über die Düne, gibt der fliegende und gleitende Sand Töne von sich, die an das Spiel von Orgelpfeifen erinnern und noch in einigen Kilometern Entfernen zu hören sind.

Die Totenstadt von Besshatyr („Fünf Zelte”) war im ersten Jahrhundert vor Christus für die Skyther eine heilige Stätte. In einem Umkreis von etwa 2km2sind heute noch 18 etwa 9m hohe Erdhügel zu sehen. Der größte von ihnen erreicht eine Höhe von 17 Metern und ist über 100 Meter breit.

Unter diesen Hügeln befinden sich 3m hohe und 20m2große Krypten, die mit Tannenholz gestützt wurden. Im Westen dieser Grabhügel befindet sich eine vermutlich rituelle Stätte, an der ein Kreis aus 45 aufrecht stehenden und mit Tierzeichnungen versehenen Felsblöcken errichtet wurde.

Ein abgestorbener Ast vor der atemberaubenden Kulisse des Altyn-Emel-Nationalparks in Kasachstan, im Hintergrund die vielfarbigen Aktau-Berge - © Pikoso.kz / Shutterstock
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Unterwegs im Altyn Emel Nationalpark

Eine Tour durch den Altyn Emel Nationalpark will im Voraus geplant sein. In Almaty im Hotel Zhetisu befindet sich ein Büro der Parkverwaltung, in dem man sich über die bestehenden Möglichkeiten erkundigen, eventuell eine Unterkunft reservieren und alle anfallenden Formalitäten erledigen kann. Auch in Basshi, einem Dorf am Taldykorgan Highway etwa 10km nach dem malerischen Altyn Emel Pass befindet sich ein Verwaltungszentrum des Nationalparks. Der westliche Teil des Nationalparks kann am besten direkt von Almaty aus erkundet werden, zur Singenden Düne empfiehlt sich der Weg über Basshi.

Die Singende Düne am rechten Ufer des Ili ist eine der Hauptattraktionen des Altyn Emel Nationalparks in Kasachstan - © Eduard Kim / Shutterstock
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Der Altyn Emel Nationalpark ist von April bis Oktober für Besucher geöffnet und kann am besten mit dem Jeep erkundet werden. Innerhalb des Altyn Emel Nationalparks bieten 5 Gästehäuser und ein Campingplatz Unterkunftsmöglichkeiten. Ausgeschilderte Wanderrouten, Tourguides, Autovermietungen, Kamel- und Pferdetouren und verstreute Lodges machen die Erkundung das Altyn Emel Nationalparks zu einem absoluten Highlight. Der Nationalpark darf übrigens ohne Führung nicht besucht werden.

Raues Klima: Vor allem im Sommer klettert die Temperatur im Nationalpark auf 40-50°C und es gibt nur wenig Schatten. Daher unbedingt mit luftiger Kleidung, Sonnenschutz und genug zu trinken ausgerüstet sein! Im Frühling und Herbst muss man jedoch auch mit Kälteeinbrüchen rechnen. Feste Schuhe sind für den steinigen oder sandig-heißen Untergrund unbedingt notwendig! In der Nähe des Flusses muss man außerdem mit unangenehmen Moskito-Attacken rechnen, lange Ärmel sind hier zu empfehlen.