Tempel Preah Vihear, Kambodscha

Der Preah Vihear Tempel im Nordosten Kambodschas ist ein spektakuläres Beispiel der Khmer-Architektur - © Artist1704 / Shutterstock
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Der Preah Vihear im Nordosten Kambodschas an der Grenze zu Thailand ist ein spektakuläres Beispiel der Khmer-Architektur, dessen reich verzierte Mauern sich nahezu perfekt in die atemberaubende Umgebung einfügen. Von seinem Felsenhügel aus hat man einen atemberaubenden Blick über den Süden Kambodschas.

Der Preah Vihear Tempel liegt im Nordosten Kambodschas an der Grenze zu Thailand und ist eine hart umkämpfte hinduistische Stätte des obersten Gottes Shiva. Die Khmer haben die 800m lange Tempelanlage im 9. bis 12. Jahrhundert auf Pey Tadi, einem gut 500 Meter hohen Felsenhügel in den Dongrek Bergen errichtet. Seit 2008 zählt der Preah Vihear zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Der Hügel befindet sich genau an der Grenze zwischen Thailand und Kambodscha und war schon des Öfteren Schauplatz heftiger Grenzkonflikte zwischen den beiden Nachbarstaaten. Die Nachrichten sind voll von Regierungsdebatten und handfesten Schießereien vor Ort, wem der Preah Vihear jetzt tatsächlich gehört. Mit der Ernennug zum UNESCO-Weltkulturerbe ist der Streit um die Tempelanlage neu entbrannt. Viele Regierungen warnen immer noch davor, in das Gebiet zu reisen.

Anreise über Kambodscha und Thailand

Die Anreise zum Preah Vihear Tempel über die kambodschanische Seite ist zeitraubender und beschwerlicher. Von Siem Reap aus ist der Großteil der 200km langen Strecke mittlerweile asphaltiert, lediglich das letzte Stück auf den Berg hinauf ist unbefestigt und erfordert einen Allradantrieb. Von der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh aus werden auch mehrtägige Radtouren zum Preah Vihear angeboten. Wer spektakulär anreisen will, nimmt von Siem Reap aus den Helikopter.

Über die thailändische Seite gelangt man ebenfalls zum Tempel, durch den thailändischen Nationalpark Khao Phra Viharn in der Provinz Saket. Von der nächsten Stadt Ubon Ratchathani sind es etwa 2 Autostunden, die auch am besten mit einem Mietwagen überwundern werden, der öffentliche Verkehr lässt hier etwas zu wünschen übrig. Für Besucher des Tempels aus Thailand ist kein eigenes Visum für Kambodscha erforderlich, lediglich der Reisepass und eine Grenzüberschreitungsgebühr werden gefordert und man muss am selben Tag wieder nach Thailand zurückkehren.

Tipp: Der beste Zeitpunkt, den Preah Vihear zu besichtigen ist der frühe Morgen. Erstens ist die Anlage noch nicht so überlaufen und zweitens erlebt man hier wohl den spektakulärsten Sonnenaufgang seines Lebens.

Unterwegs im Preah Vihear

Ein Besuch des Tempels ist dennoch alle Mühen wert. Der Aufstieg zum Tempel führt über eine 8m breite und fast 80m lange Treppe, die in den Fels geschlagen wurde. Von Säulen und Höfen gesäumt führt sie durch 5 Palastgebäude, so genannte Gopuras, auf die Spitze des Tempelbergs. Oben angekommen erreicht man einen 80 Meter tief abfallenden Steilhang, über dem der Preah Vihear thront. Umgeben wird der Steinpalast von einer nach innen offenen, an seinen Seiten wurden kleinere Gebäude errichtet.

Von seinem Felsenhügel aus hat man einen atemberaubenden Ausblick über die wunderschöne Ebene Kambodschas in Richtung Süden. Dieser Anblick war den Mönchen und Pilgern, die in der Tempelanlage wandelten jedoch verwehrt – im Preah Vihear gibt es keine Fenster nach Süden. Schließlich besucht man das Heiligtum nicht wegen der schönen Aussicht, sondern um zur Ruhe zu kommen und zu meditieren.

Der Tempel selbst war ein wichtiges Bauwerk der Khmer und wurde dementsprechend prunkvoll ausgeschmückt und immer wieder erweitert, so dass sich viele verschiedene Baustile zu einem fantastischen Mix zusammenfügten.

Diese ungewöhnliche Behandlung einer Tempelstätte (normalerweise wurde ein Tempel aufgegeben, sobald sein königlicher Erbauer gestorben war), zeugte von der enormen Wichtigkeit des Preah Viehar. Erst im 12. Jahrhundert, unter der Herrschaft von Suryavarman II., dem Erbauer von Angkor Wat, wurde die Anlage verlassen. Obwohl die Anlage zum Großteil in Ruinen liegt, sind die Inschriften der Pilger und die kunstvollen Reliefs in den Dreiecksgiebeln über den Türen noch zu erkennen. Die meisten der Steinbilder stellen eine Gottheit, von üppigem Pflanzenwusch umrankt, oder Szenen aus der hinduistischen Mythologie dar.

Der Preah Vihear ist ein spektakuläres Beispiel der Khmer-Architektur, dessen reich verzierte Mauern sich nahezu perfekt in die atemberaubende Umgebung einfügen.