Nationalmuseum in Phnom Penh, Kambodscha

Das Nationalmuseum in Phnom Penh liegt direkt neben dem Königspalast und zählt zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in der Stadt, Kambodscha  - © Digitalpress / Fotolia
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Das Nationalmuseum in Phnom Penh zählt zu den wichtigsten Attraktionen der kambodschanischen Hauptstadt. Neben den unzähligen Artefakten aus der Khmer-Zeit finden sich Buddha- und Hindu-Relikte in dem Museum, dessen karmesinroter Bau neben dem Königspalast selbst einem Khmer-Tempel ähnelt.

In Phnom Penh, der Hauptstadt Kambodschas befindet sich das Nationalmuseum des Landes. Es liegt direkt neben dem Königspalast und zählt zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Phnom Penh. Das Nationalmuseum wurde zwischen 1917 und 1924 errichtet und 1968 renoviert. Kambodschas größtes Museum informiert über die Kultur und Geschichte des Landes und ist das bedeutendste Archäologie-Museum Kambodschas.

Das Musuem beherbergt über 14.000 Ausstellungsstücke von prähistorischen Zeiten über die Angkor-Periode bis zum Khmer-Reich, welches sich an seinem Höhepunkt von Thailand über Kambodscha bis nach Vietnam erstreckte. Eine der weltweit größten und faszinierendsten Sammlungen von Khmer-Kunst gibt es hier zu besichtigen, darunter beeindruckende Skulpturen und ethnographische Artefakte aus Stein, Keramik und Bronze.

Zu den spektakulärsten Kunstschätzen zählt eine Statue des Hindu-Gottes Vishnu, aus dem westlichen Mebon in Angkor sowie eine Skulptur des hinduistischen Todesgottes Yama, der ursprünglich in Angkor Thom die Terrasse des Leprakönigs schmückte.

Tipp: Das Museum kann in einigen Stunden besichtigt werden, fotografieren ist leider nicht erlaubt. Wer Zusatzinfos zu den Exponaten möchte, kann am Eingang nach einer geführten Tour fragen.

Neben den vielfältigen Khmer-Artefakten beherbergt das Museum auch zahlreiche buddhistische und Hindu-Skulpturen und nimmt so nahezu die Funktion einer religiösen Stätte ein. Viele Einheimische finden sich dort ein, um ihre Gebete zu sprechen und den Göttern zu huldigen.

Khmer-Tempel als Museum

Auch das Gebäude selbst, in dem das Museum untergebracht ist, wurde von den Khmer-Tempeln inspiriert und zählt zur traditionellen Khmer-Architektur. Es wurde nach den Entwürfen des Autors, Historikers und Kurators George Groslier von 1917 bis 1920 erbaut und erinnert an einen Khmer-Tempel, der durch europäische Brille gesehen auf Museumsausmaße vergrößert wurde. Heute ist das Nationalmuseum durch die Erweiterung um zwei Flügel im Jahr 1924 noch imposanter anzusehen.

Das karmesinrote Gebäude mit den Spitzdächern steht in starkem Kontrast mit dem üppigen Grün des wunderschön angelegten Gartens im Innenhof. Somit lernt man im Nationalmuseum von Phonm Penh nicht nur über die kambodschanische Kultur, sondern kann sich auch in entspannter Atmosphäre von der Hektik der Hauptstadt erholen.

Der erste kambodschanische Direkter wurde 1951 eingesetzt, zwei Jahr vor der Unabhängigkeit Kambodschas von Frankreich. Im Khmer Rouge Regime von 1975 bis 1979 mussten viele Museumsangestellte ihr Leben lassen. Wie die gesamte Hauptstadt Phom Penh wurde auch das Museum evakuiert und sich selbst überlassen. Viele der kostbaren Schätze wurden zerstört oder gestohlen. Vor der Wiedereröffnung im April 1979 musste der Urwald in einen Garten zurückverwandelt, das vermoderte Dach repariert und unzählige Fledermauskolonien aus dem Museum vertrieben werden.

Was vom Museum und seinen Ausstellungsstücken übrig blieb, ist dennoch äußerst sehenswert. Im internationalen Bereich hat sich das Museum die Verbreitung der kambodschanischen Künste zur Aufgabe gemacht und kooperiert mit anderen Museen weltweit. So waren Ausstellungsstücke aus dem Nationalmuseum in Phnom Penh bereits in Australien, Japan, Südkorea, Frankreich und Deutschland zu sehen.

Weiterführende Links:

Offizielle Seite des Nationalmuseums in Phnom Penh (englisch)