Killing Fields Choeung Ek, Kambodscha

Gedenkturm an die schrecklichen Hinrichtungen des Pol Pot Regimes bei den Killing Fields bei Choeung Ek, Kambodscha - © Digitalpress / Fotolia
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Choeung Ek liegt etwa 15km von der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh entfernt und zählt zu den makabersten Sehenswürdigkeiten der Welt. Auf den Feldern wurden in den 1970er Jahren von den Roten Khmer knapp 20.000 Menschen brutal abgeschlachtet. Eine Gedenkstätte erinnert an die unvorstellbaren Grausamkeiten des Völkermords.

Die so genannten „Killing Fields” bezeichnen gut 300 Stätten in Kambodscha, an denen während des Khmer-Regimes von 1975 bis 1979 viele hunderttausend Menschen ihr Leben lassen mussten. Die Roten Khmer wollten aus Kambodscha einen Agrar-Staat machen. Die Massenmorde richteten sich vor allem an die ausgebildete Oberschicht Kambodschas: Ärzte, Professoren, Lehrer, Anwälte und Wissenschaftler und deren Familien.

Dem Genozid fielen schätzungsweise über 2 Millionen Menschen jeden Alters und Geschlechts zum Opfer, das sind über 20% der damaligen Bevölkerung. Etwa 200.000 davon wurden auf den Exekutionsstätten hingerichtet, die heute unter dem Namen Killing Fields bekannt sind.

Das berühmteste der Killing Fields ist Choeung Ek, etwa 15km von der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh entfernt. An die 17.000 Menschen des eigenen Volkes wurden hier durch die Roten Khmer systematisch abgeschlachtet. Die unendliche Grausamkeit, mit der hier ans Werk gegangen wurde, ist dabei kaum vorstellbar. Um keine Munition zu verbrauchen, wurden die Opfer mit Eisenstangen und Äxten zu Tode geprügelt, Kinder wurden so lange gegen Baumstämme geschleudert, bis sie sich nicht mehr rührten, an den umgebenden Bäumen sind heute noch Ösen für die Galgen zu sehen.

Nach dem Sturz des Khmer-Regimes im April 1979 wurden die Massengräber entdeckt. Fotos zeigen die grausamen Bilder von abertausenden von Totenschädeln und Knochen, die die Felder Kambodschas übersäten. Die Gruben der weitläufigen Massengräber, aus denen bis zu 9.000 Leichen exhumiert wurden, sind heute noch zu sehen.

Eine Stupa gedenkt den Toten

Auf dem gigantischen Exekutionszentrum wurde eine buddhistische Stupa, ein kleiner Gedenkturm, errichtet, der an den grausamen Völkermord der Roten Khmer erinnern soll. In dem Türmchen mit dem spitzen Dach werden hinter Acrylglas mehr als 5.000 Totenschädel aufbewahrt. Viele davon weisen noch eindeutig Spuren der Gewalt auf. Der Anblick dieser Vielzahl an zerschmetterten und eingeschlagenen Schädel verschlägt den Besuchern regelmäßig die Sprache.

Totenköpfe von Folteropfern in den Killing Fields von Kambodscha - © wdeon / Fotolia
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Die kambodschanische Regierung forciert heute die Bewerbung des Killing Field von Choeung Ek als makabre Sehenswürdigkeit Kambodschas. 2005 wurde ein 30-Jahres-Vertrag unterzeichnet, der die Entwicklung der Gedenkstätte beinhaltet. Es wurde darin beschlossen, die menschlichen Knochen, die immer noch als stumme Zeugen der Grausamkeit auf den Feldern verstreut liegen, nicht anzutasten. Durch starken Regen werden hin und wieder immer noch menschliche Überreste freigelegt.

Die Führer, die die Besucher über die Horror-Felder geleiten, haben die Schrecken des Khmer-Regimes vielfach selbst erlebt und Angehörige auf Kambodschas Killing Fields verloren. Die Mehrzahl der Überlebenden floh damals nach Thailand. Die Dollars der Touristen können für die tragischen Verluste nicht wirklich entschädigen.

Tipp: Ein Besuch des Museums in Tuol Sleng vor der Besichtigung der Killing Fields ist empfehlenswert. Die ehemalige Schule fungierte unter den Khmer als Gefängnis, so gut wie alle Insassen wurden in Choeung Ek exekutiert. Tuol Sleng hält um einiges mehr an Hintergrundinformation bereit als Choeung Ek selbst. In „The Killing-Fields – Schreiendes Land” wurden die schrecklichen Ereignisse in Choueng Ek dramatisiert verfilmt.