Nikko Tōshō-gū in Nikko, Japan

Der winterliche Tosho-gu-Schrein im Nikko-Nationalpark in Japan - © cowardlion / Shutterstock
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Der Nikko Tōshō-gū in der japanischen Stadt Nikko im gleichnamigen Nationalpark gilt aufgrund der kunstvollen Verzierungen seiner Tempel und Tore als der schönste Shinto-Schrein Japans.

Der berühmte Shinto-Schrein Nikko Tōshō-gū (Shinto-Schrein von Nikko) befindet sich im Nikko-Nationalpark auf der japanischen Insel Honshu, der als schönster Nationalpark ganz Japans gilt. Der Nikko Tōshō-gū in der Stadt Nikko wurde gemeinsam mit den Tempeln Rinnō-ji und Futurasan 1999 als die „Schreine und Tempel von Nikko” zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt.

Entstehung des Nikko Tōshō-gū

Der prachtvolle Nikko Tōshō-gū wurde im Jahr 1617 erbaut und Tokugawa Ieyasu, dem Begründer der Tokugawa-Dynastie, gewidmet. Laut seinem Wunsch wurde der Shogun in Nikko bestattet, wo er fortan als Gott über das Haus Tokugawa wachen konnte. Seine sterblichen Überreste wurden im Schrein von Nikko beigesetzt und sind heute in einer bronzenen Urne in einem eigenen kleinen Schrein unter freiem Himmel, dem Okusha Hoto, verwahrt. Spezielle Konstruktionen verhindern das Eindringen von Regenwasser.

Vom dritten Shogun, Tokugawa Iemitsu wurde der Schrein zu dem eindrucksvollen Erscheinungsbild ausgebaut, das den Besuchern noch heute Ausrufe des Staunens entlockt. Im Zuge dessen entstanden die Hauptgebäude, die bis heute im Original zu sehen sind.

Prozession der Tausend Krieger

In der Edo-Zeit von 1603 bis 1868 wurden von den Tokugawa-Shogunen Prozessionen von Edo (dem heutigen Tokio) bis zum Nikko Tōshō-gū abgehalten. Zum Frühlingsfest Mitte Mai und zum Herbstfest Mitte Oktober werden diese Aufmärsche als farbenprächtige „Prozession der Tausend Krieger” nachgestellt. Dabei marschieren Tausende über einige hundert Steinstufen zur letzten Ruhestätte des Shoguns.

Der Weg der Prozession führt dabei durch einen jahrhundertealten Wald aus Sicheltannen. Diese wurden zum 32. Todestag von Tokugawa Ieyasu, also vor über 300 Jahren, von Daimyō Matsudaira Masatsuna in einem Zeitraum von 20 Jahren gesetzt. Mehrere tausend dieser ehrwürdigen Bäume sind heute noch zu sehen.

Besuch des Nikko Tōshō-gū

Durch die malerische Hügellandschaft, in die der Nikko Tōshō-gū eingebettet ist, breiten sich die fantastischen Bauten und kunstvollen Skulpturen des Shinto-Schreins wie ein Bilderbuch vor den Augen des Betrachters aus und bieten wahrlich eindrucksvolle Fotomotive.

Die drei weltbekannten weisen Affen als Schnitzerei am heiligen Pferdestall am Tosho-gu-Schrein im Nikko-Nationalpark, Japan - © Ilya D. Gridnev / Shutterstock
© Ilya D. Gridnev / Shutterstock

Die fantastischen Schnitzereien des Nikko Tōshō-gū machen ihn zum kunstvollsten Shinto-Schrein Japans. Da wundert es nicht, dass acht Gebäude des Nikko Tōshō-gū und zwei Schwerter zu nationalen Kulturgütern Japans erklärt wurden. Zu den eindrucksvollsten Bauwerken des Nikko Tōshō-gū zählen die Haupthalle (honden), die Steinhalle (Ishi-no-ma), die Gottesdienst-Halle (haiden) und der mit meisterhaften Schnitzereien verzierte Turm-Durchgang „Tor des Sonnenlichts” (Yomei-mon). Am heiligen Pferdestall befindet sich die weltbekannte Schnitzerei der drei weisen Affen, die nicht hören, nicht sehen und nicht sprechen wollen, eines der besten Meisterwerke der japanischen Symbolkunst.