Tempelanlage Prambanan auf Java, Indonesien

Die Tempelanlage Prambanan auf der Insel Java ist eine der größten Tempelanlagen in Südostasien und gehört seit 1991 zum Weltkulturerbe der UNESCO, Indonesien - © Thomas Leonhardy / Fotolia
© Thomas Leonhardy / Fotolia

Die hinduistische Tempelanlage Prambanan befindet sich auf der Insel Java und ist der größte Hindutempelkomplex Indonesiens. Das gesamte Areal umfasst 8 Haupttempel und über 250 kleiner Nebenschreine.

Die Tempelanlage Prambanan befindet sich auf der Insel Java im Pazifikstaat Indonesiens und ist der größte Hindutempel des Landes und einer der größten Tempelanlagen in Südostasien. Seit 1991 zählt Prambanan zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Geschichte von Prambanan

Prambanan wurde etwa um 850 nach Christus errichtet, wer die prächtigen Bauten in Auftrag gab, ist nicht ganz geklärt. Hinweise deuten sowohl auf Rakai Pikatan als auch Rakai Balitung hin, beide Herrscher des Hindu-Königreichs Mataram. Im Volksmund wurde Prambana auch als Loro Jonggrang, „die schlanke Jungfrau” bezeichnet.

So prachtvoll die Tempelanlage errichtet wurde, durch die Verlegung des Dynastie-Sitzes nach Ost-Java wurde sie bereits kurz nach ihrer Fertigstellung verlassen und dem Verfall preisgegeben. Erst gut 1.000 Jahre später wurde mit dem Wiederaufbau begonnen, nachdem er 1811 durch Zufall wiederentdeckt wurde. Die Restaurationen der nach oben hin spitz zulaufenden Tempeltürme starteten im Jahr 1918 und sind an den Nebentempeln bis heute noch nicht abgeschlossen.

Das größte Problem liegt in der Rückholung des originalen Baumaterials, welches oft an weit entfernten Gebäuden wiederverwendet wurde. So wurde beschlossen, nur jene Tempel zu restaurieren, die zumindest zu 75% erhalten wurden. Von manchen Schreinen wird daher bis auf einige Grundmauern nichts mehr zu sehen sein. Das Erdbeben 2006 verursachte noch einmal große Schäden an den restaurierten Tempeln.

Die prächtigsten Tempel von Prambanan

Der Wiederaufbau des monumentalen Shiva-Haupttempels im Zentrum von Prambanan wurde im Jahr 1953 fertiggestellt. Mit einer Breite von 35m und einer Höhe von 47m überragt er das Tempelgelände und ist schon von weithin sichtbar. Umgeben wird er von acht weiteren Haupttempeln, von denen die beiden größten 34m hoch sind, und über 250 weiteren kleineren Tempeln und Schreinen, von denen teilweise aber nicht mehr viel übrig ist.

Die größten Tempel sind der hinduistischen Trinität gewidmet: Brahma, dem Schöpfer, Vishnu dem Bewahrer und Shiva, dem Zerstörer. Ihre Tempel sind exakt an der Nord-Süd-Achse ausgerichtet. Seit dem Erdbeben 2006 ist der Haupttempel des Zerstörers wegen Einsturzgefahr für Besucher geschlossen (wie passend).

Unterwegs in Prambanan

Prambanan kann heute wieder als archäologischer Park besichtigt werden. Nur 18km vom Stadtzentrum von Yogyakarta entfernt ist er leicht mit dem Taxi zu erreichen. Ganz der hinduistischen Tradition folgend beginnt am Osttor eine Reihe von lebendig gestalteten Reliefs, die die Ramayana-Sage erzählen. Im Inneren der Tempel sind Statuen der jeweiligen Gottheiten zu sehen, denen der Tempel gewidmet ist.

Manche Tempelkammern sind auch leer, so zum Beispiel die „Begleittempel” der drei Haupttempel, die den „Transportmitteln” der göttlichen Trinität gewidmet sind: Nandini, Shivas göttlicher Stier, Garuda, Vishnus mythischer Vogel und Angsa, der heilige Schwan Brahmas. In 2 Theatern und einem sehenswerten Museum werden die Hintergrundinformationen zum hinduistischen Tempelgelände und seiner Restaurierung erläutert.

In einiger Entfernung zum hinduistischen Tempelkomplex wurden auch drei buddhistische Tempel errichtet, die aber lange nicht so prunkvoll ausgeführt wurden. Im weiteren Umkreis von Prambanan sind vermutlich noch Ruinen einiger weiterer Tempel zu finden, die nach dem Vulkanausbruch des Merapi unter Schutt und Asche begraben wurden.