Istiqlal-Moschee in Jakarta, Indonesien

Mit ihrem riesigen Innenhof und den großzügigen Räumlichkeiten bietet die Istiqlal-Moschee in Jakarta, Indonesien, 120.000 Gläubigen Platz - © Aleksandar Todorovic / Shutterstock
© Aleksandar Todorovic / Shutterstock

Mit einem Fassungsvermögen von 120.000 Menschen ist die Istiqlal-Moschee in Jakarta die größte Moschee Südostasiens. In ihrer schlichten Architektur sind zahlreiche geheimnisvolle Anspielungen auf Indonesiens Unabhängigkeit und den Islam verborgen.

Die gewaltige Istiqlal-Moschee in der indonesischen Hauptstadt Jakarta kann den Titel der größten Moschee Südostasiens für sich beanspruchen. Sie befindet sich gleich neben der monumentalen Kathedrale von Jakarta im Nordosten des riesigen Merdeka-Platzes.

Entstehung der Istiqlal-Moschee in Jakarta

Die Idee für den Bau einer Moschee entstand bereits im Jahr 1949, nachdem Indonesien seine Unabhängigkeit von den Niederlanden erlangte. Damals hatte die Republik Indonesien die meisten muslimischen Einwohner der Welt uns Indonesiens erster Religionsminister, Wahid Hasyim, träumte von einer riesigen National-Moschee. 1953 wurde ein eigenes Komitee für die Errichtung der Istialal-Moschee gegründet. Auch der Name war schnell gefunden: „Istiqlal“ bedeutet „Unabhängigkeit“.

Die Jury des anschließenden Architekturwettbewerbs, an der sogar Präsident Sukarno teilnahm, erklärte Frederich Silaban aus dem Norden Sumatras und seinen Entwurf „Ketuhanan“ („Gottheit“) zum Gewinner.

Für den Bau der Moschee, deren Spatenstich am 24. August 1961 erfolgte, musste die dänische Festung „Citadel Prins Frederick“ aus dem Jahr 1837 weichen – sie wurde kurzerhand abgerissen. Die feierliche Eröffnung der Unabhängigkeits-Moschee erfolgte nach 17 Jahren Bauzeit am 22. Februar 1978.

Die gewaltige Istiqlal-Moschee in der indonesischen Hauptstadt Jakarta ist die größte Moschee Südostasiens - © Paul Fell / Shutterstock
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Besuch der Istiqlal-Moschee in Jakarta

Betrachtet man die Masjid Istiqlal von außen, ist man wohl kaum überwältigt. Wie ein rechteckiger Klotz mit einer schmucklosen Kuppel ragt der gewaltige Koloss aus dem Stadtbild Jakartas. Den einzigen Dekor bilden die schneeweißen Arkaden, die den Innenhof umgeben und bis zum gut 60 Meter hohen Minarett in der Südwestecke der Moschee führen. Das einzelne Minarett ist für eine derart große Moschee eher ungewöhnlich, soll jedoch die göttliche Einheit symbolisieren.

In der Nähe des Minaretts steht eine über 2 Tonnen schwere Trommel, deren Schläge die Muslime Indonesiens zum Gebet auf traditionelle Weise zum Gebet rufen. Die so genannte „bedug“ ist 2m breit und 3m lang und soll aus 300 Jahre altem Holz gefertigt worden sein.

Im Garten der Moschee schleudert ein Springbrunnen seine Fontäne an Freitagen oder zu besonderen Feiertagen 45m hoch in den Himmel.

Tipp: Die Istiqlal-Moschee ist auch für Nicht-Muslime zugänglich, allerdings müssen Kopf, Schultern und Knie bedeckt sein und die Schuhe ausgezogen werden.

Im Inneren der Istiqlal-Moschee kommt man ob der gewaltigen Ausmaße aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Die Istiqlal-Moschee in Jakarta ist eher schlicht gehalten, beeindruckt jedoch allein durch ihre gewaltigen Ausmaße, Indonesien - © ZRyzner / Shutterstock
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Der große Gebetssaal ist sehr schlicht und modern gestaltet und wird von 12 monumentalen, Säulen dominiert, deren Aluminiumverkleidung mystisch schimmert. Die Säulen stützen eine 45m breite Kuppel, deren Rand von einer zweieinhalb Meter hohen und 136m langen Kalligrafie geziert wird. Die zwar kleinen, aber unzähligen Fenster lassen genügend Sonnenlicht ein. An den Wänden sind weitere Kalligrafen aus Aluminium einer deutschen Firma angebracht, die den Namen Allahs und Mohammeds, sowie Verse aus dem Koran darstellen. Auch das Marmor, das für die Moschee verwendet wurde, hätte eigentlich aus Europa importiert werden sollen, genauer gesagt aus Italien. Aus Kostengründen entschloss man sich dann jedoch für Marmor von der Insel Java.

Auf dem dunkelroten Teppich des gewaltigen Gebetsraums finden 20.000 Gläubige Platz. Rund um den Gebetsraum erstrecken sich entlang der Fensterreihen über vier Stockwerke weitere Galerien.

Das Spiel mit den Zahlen

In den Maßen der Istiqlal-Moschee spiegeln sich immer wieder Symbole und Ziffern wieder, die die Unabhängigkeit Indonesiens betreffen, oder im Islam eine bestimmte Bedeutung haben.

  • Das Minarett ist 66,66m hoch, da der Koran 6.666 Verse beinhaltet.
  • Nach den sieben Himmeln des Islam kann die Istiqlal-Moschee durch sieben Portale betreten werden.
  • Die Kuppel des großen Gebetssaals misst 45 Meter, eine Anspielung auf das Jahr 1945, in dem Indonesien seine Unabhängigkeit erlangte.
  • Die kleinere Kuppel des Anbaus misst 8 Meter, eine Anspielung auf den Monat August, in dem Indonesien seine Unabhängigkeit erlangte.
  • Die mit den Galerien insgesamt fünf Stockwerke der großen Gebetshalle stehen für die fünf Säulen des Islam.
  • Die 12 Säulen im Gebetsraum stehen für den Geburtstag Mohammeds am 12. Tag des Rabi‘ al-awwal.

Berühmte Besucher der Istiqlal-Moschee

Steht man in dem gewaltigen Gebetssaal, befindet man sich in bester Gesellschaft. Die Unabhängigkeits-Moschee Indonesiens wurde bereits von hohen Persönlichkeiten rund um den Globus besucht. Dazu gehören die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merckel 2012, Barack Obama und seine Gattin im Jahr 2010, Bill Clinton, Prince Charles, Li Yuanchao, der Vizepräsident der Kommunistischen Partei von China, Sebastián Piñera, Präsident von Chile, Jens Stoltenberg, Prime Minister von Norwegen und Heinz Fischer, Präsident von Österreich.

Weiterführende Links:

Offizielle Website der Istiqlal-Moschee in Jakarta (englisch)

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