Gunung Leuser Nationalpark auf Sumatra, Indonesien

Einer der seltenen Sumatra Tiger, Gunung Leuser Nationalpark, Indonesien - © neelsky / Shutterstock
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Der Gunung Leuser Nationalpark im Norden Sumatras ist das größte Naturschutzgebiet Indonesiens. Vor allem Tiger, Nashörner und Orang Utans haben hier einen überlebensnotwendigen Rückzugsort gefunden. Im Orang Utan Rehabilitationszentrum kann man die sanften Riesen näher kennen lernen.

Der Gunung Leuser Nationalpark befindet sich im Nordwesten der Insel Sumatra und ist mit einer Fläche von 9.000km2 das größte Naturschutzgebiet Indonesiens. Gemeinsam mit den beiden Nationalparks Kerinchi-Seblat und Barisan-Selatan zählt er seit 2004 unter der Bezeichnung „Tropische Wälder von Sumatra” zum Weltnaturerbe der UNESCO.

Durch die immer stärkere Waldrodung auf Sumatra stellt die Errichtung des Gunung Leuser Nationalparks eine überlebensnotwendige Maßnahme für Sumatras einzigartige Flora und Fauna dar. Die Bevölkerungsdichte auf der zweitgrößten Insel Indonesiens wird immer höher, der Regenwald musste Plantagen, Feldern und Siedlungen weichen. Die höchste Erhebung des Nationalparks ist der Puncak Tak Punya Nama, der „Gipfel ohne Namen”.

Faszinierende Tierwelt im Gunung Leuser Nationalpark

Die am stärksten gefährdeten Tierarten im Gunung Leuser Nationalpark sind das Sumatra-Nashorn, der Sumatra-Tiger und der Sumatra Orang Utan, von letzterem leben drei Viertel der gesamten weltweiten Population im Gunung Leuser Nationalpark. Andere tierische Bewohner sind vor allem Affen, wie der Siamang, eine Gibbon-Art und verschiedene Makaken- und Lemuren-Spezies, der Asiatische Elefant und das Leistenkrokodil.

Der Siamang ist der größte und schwerste Vertreter der Gibbon-Affen und lebt unter anderem im Gunung Leuser Nationalpark auf Sumatra, Indonesien - © Kjersti Joergensen / Shutterstock
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Hin und wieder lässt sich der sehr seltene Sumatrafasan blicken. Dies geschieht jedoch so selten, dass er von den Wissenschaftlern noch nicht einmal ausreichend beschrieben ist.

Besonderer Schutz der Orang Utans

Dem Schutz der Orang Utans kommt im Gunung Leuser Nationalpark besondere Aufmerksamkeit zu. In Bukit Lawang am östlichen Rand des Nationalparks befindet sich das Orang Utan Rehabilitationszentrum, welches 1973 von einer Schweizer Organisation gegründet wurde. Neben einer Urwaldregion in Borneo ist dies das weltweite letzte Rückzugsgebiet für die stark gefährdeten Menschenaffen.

Gemeinsam mit dem Frankfurter Zoo werden einst in Gefangenschaft lebende Orang Utans hier auf das Überleben im Dschungel und in Freiheit vorbereitet. Dies geschieht über intensive Betreuung und anschließende langsame Auswilderung in einem geschützten Gebiet und schließlich der Entlassung in die Wildnis. Knapp 200 der hauptsächlich am Flughafen kurz vor dem Verkauf ins Ausland beschlagnahmten Tiere konnten so schon wieder in die Freiheit entlassen werden.

Ein junger Orang Utan auf einer Liane im Gunung Leuser Nationalpark, Indonesien - © Stephane Bidouze / Shutterstock
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Hier können Touristen die faszinierenden Affen aus nächster Nähe beobachten, dass man ihnen im Dschungel über den Weg läuft, ist nämlich äußerst unwahrscheinlich. Gegen einen geringen Beitrag, der für die Erhaltung der Orang Utan-Station verwendet wird, kann man zweimal täglich bei der Fütterung dabei sein.

Ebenso ist die Sichtung eines Tigers oder Rhinozerosses mit einer gewaltigen Portion Glück verbunden. Meist bleibt es bei Fußabdrücken und Kothäufchen der scheuen Bewohner. Wilde Elefanten bekommt man am ehesten in der Nähe von Keambe oder in Tangkahan zu Gesicht. Von Bukit Lawang nach Tangkahan gelangt man in 2-3 Stunden über unbefestigte Pisten mit dem Jeep oder dem Motorrad, in der Regenzeit ein nahezu unmögliches Vorhaben.

Gigantische Blüte – die größte Blume der Welt

Leichter zu sichten, da bewegungsunfähig ist die Rafflesia, benannt nach dem britischen Gouverneur Thomas Stamford Raffles und mit einem Durchmesser von einem Meter die größte Blume der Welt.

Eine Rafflesia, diese Pflanze bildet mit bis zu einem Meter die größten Blüten im Pflanzenreich, Gunung Leuser Nationalpark, Indonesien - © kkaplin / Shutterstock
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Rund um Bukit Lawang sind die Tiere halbzahm und an Menschen gewöhnt. Viele von ihnen nähern sich Touristengruppen auf der Suche nach Futter, welches man ihnen auf keinen Fall geben sollte! Auch die Guides sollten die halbwilden Orang Utans weder füttern noch anfassen, im Fall des Falles sollte man sich von so einem Führer lieber trennen.

Die Treks von Ketembe aus hingegen bieten das echte wilde Leben des Dschungels mit freilebenden Affen und Vögeln, die nicht von Hand gefüttert werden. Der Fokus hier liegt auf der Tierwelt und nicht auf der Bewegung, daher sind die Pfade keineswegs anstrengend. Wer etwas außer Puste kommen will, sollte die mehrtägige Tour auf den namensgebenden 3.381m hohen Gunung Leuser oder den 3.317m hohen Gunung Kemiri antreten.

Anreise und beste Reisezeit für den Gunung Leuser Nationalpark

Die Anreise zum Gunung Leuser Nationalpark erfolgt über die Provinzhauptstadt Medan in Nordsumatra, welche einen Flughafen besitzt. Von dort geht es mit dem Kleinflugzeug (30min) oder mit dem Bus (3-4 Stunden) weiter nach Kutacane. Manche Hotels in Bukit Lawang bieten einen klimatisierten (!) Autotransfer von Medan an. In Bukit Lawang kann auch die Eintrittserlaubnis für den Nationalpark erworben werden.

Duch die Nähe zu Medan kann der Gunung Leuser Nationalpark vor allem an den Wochenenden und in den Ferien in Juni ziemlich überlaufen sein. Um die Menschenmengen in den Lokalen, Gästehäusern, auf den Dschungelpfaden und Orang Utan-Plattformen zu vermeiden, ist ein Wochentag der beste Zeitpunkt für einen Besuch im Nationalpark.

Von Oktober bis März muss man mit täglichen Regenschauern rechnen, generell ist das Klima im Nationalpark feucht-heiß, daher auf Trekkingtours genug Wasservorrat mitnehmen!