Borobudur auf Java, Indonesien

Die Tempelanlage Borobudur auf der indonesischen Insel Java zählt zu den größten buddhistischen Tempelanlagen in ganz Südostasien - © ezk / franks-travelbox
© ezk / franks-travelbox

Die buddhistische Pilgerstätte Borobudur auf der Insel Java ist eine gigantische buddhistische Stupa aus Lavastein und die meistbesuchte Sehenswürdigkeit Indonesiens. Der neunstöckige Steinkoloss stellt die drei Stufen der Erleuchtung dar und ist über und über mit kunstvollen Reliefs und Buddha-Figuren verziert.

Die buddhistische Anlage Borobudur auf der indonesischen Insel Java befindet sich in der Region Yogyakarta im Süden Indonesiens. Sie liegt nur 25 Kilometer von der Provinzhauptstadt Yogyakarta entfernt und zählt zu den größten buddhistischen Stätten in ganz Südostasien. 1991 wurde Borobudur von der UNESCO in die Weltkulturerbeliste aufgenommen.

BILDER: Borobudur

Geschichte von Borobudur

Wissenschaftler schätzen, dass diese bedeutendste Anlage des Mahayana-Buddhismus auf Java um 800 nach Christus errichtet wurde. Die Steinblöcke wurden wie gigantische Legosteine, ohne Verwendung von Mörtel oder Zement aneinander gefügt. Etwa 200 bis 300 Jahre nach Fertigstellung wurde das Machtzentrum Javas in den Osten verlagert und die monumentale Steinpyramide geriet in Vergessenheit.

Borobudur wurde im Lauf der Jahrhunderte von der Vegetation zurückerobert, von Erdbeben durchgeschüttelt und vom Vulkan Merapi, Indonesiens aktivstem Vulkan, mit Schutt und Asche begraben. Anfang des 17. Jahrhunderts fiel zum ersten Mal der Name Borobudur-Hügel, von dem noch niemand auch nur ahnen konnte, was sich darunter verbarg.

Die Treppen und Gänge des Borobudur werden von Buddhafiguren und anderen Statuen gesäumt, Indonesien - © ezk / franks-travelbox
© ezk / franks-travelbox

Die eigentliche Wiederentdeckung erfolgte 1814 durch den britischen Gouverneur Thomas Stamford Raffles. Vor allem die Holländer kümmerten sich um Freilegung und Restaurierung der Stupa, die durch die Naturgewalten der vergangenen Jahrhunderte schwere Schäden davongetragen hatte. Seit einer acht Jahre dauernden Restaurierungsaktion im späten 20. Jahrhundert erstrahlt der Borobudur wieder in altem Glanz und kann auch besichtigt werden.

Besuch der buddhistischen Stätte Borobudur

Von weitem sieht der dunkle Koloss aus Lavastein mit seinen Rissen, Kanten und Löchern wie ein außerirdisches Raumschiff aus. Die mächtige steinerne Stupa besteht aus neun pyramidenförmig angelegten Stockwerken mit einem quadratischem Fundament von gut 120 Metern Länge. Die Treppen und Gänge des Borobudur werden von Buddhafiguren und anderen Statuen gesäumt. Fälschlicherweise wird Borobudur immer wieder als Tempel bezeichnet, es fehlen jedoch Räumlichkeiten, die zum Gebet genutzt werden könnten und dadurch einen Tempel ausmachen.

Die Tempelanlage Borobudur auf der indonesischen Insel Java zählt zu den größten buddhistischen Tempelanlagen in ganz Südostasien, Indonesien - © ezk / franks-travelbox
© ezk / franks-travelbox

Jedes verfügbare Fleckchen Wand am Borobudur wurde mit meisterhaften Flachreliefs verziert. Die kunstvollen Steinmetzarbeiten stellen Szenen aus dem Leben und Wirken des Buddha dar und erreichen eine Gesamtlänge von über 5 Kilometern. Die Abbildungen sind jedoch nicht nur von religiöser sondern auch von archäologischer Bedeutung, denn sie stellen Personen, Kleider, Wagen, Geräte, Instrumente, Schiffe, kulturelle Szenen und Häuser dar, wie sie im 9. Jahrhundert existierten.

Das höfische und einfache Leben Javas vor über 1.000 Jahren ist nirgends so gut dokumentiert wie in den historischen Steingravuren des Borobudur. In einem Museum werden die Hintergründe des Borobudur erläutert und Dokumentationen von seiner Restaurierung gezeigt.

Blickt man von der obersten Stupa des Borobudur rings um, fühlt man sich ob des Anblicks der umgebenden Vulkankette und des sanften Sonnenlichts, wie auf einem anderen Stern, Indonesien - © ezk / franks-travelbox
© ezk / franks-travelbox

Auf dem obersten Plateau des Borobudur wurden 72 kleine Glocken-Stupas kreisförmig um eine große Hauptstupa errichtet, die einen Durchmesser von fast 11 Metern aufweist. Steigt man von unten nach oben, durchläuft man die drei Stufen der Erleuchtung. Zuerst verlässt man die menschliche Welt, tritt in eine Übergangswelt ein, in der der Mensch von seiner körperlichen Form erlöst wird und kommt schließlich auf der obersten Plattform in der Welt der Perfektion und Erleuchtung an.

Blickt man von der obersten Stupa rings um, fühlt man sich ob des Anblicks der umgebenden Vulkankette und des sanften Sonnenlichts, in den der Borobudur getaucht ist, tatsächlich körperlos. Aus der Luft betrachtet bildet der Borobudur die Form eines kolossalen steinernen Mandalas und erinnert an einen Lotus – die heilige Pflanze des Buddha.

Tipp: Am besten besucht man den Borobudur am frühen Morgen. Ersten ist dies die kühlste und ruhigste Zeit, um den heiligen Steinkoloss zu erforschen und zweitens wird man Zeuge eines der spektakulärsten Sonnenaufgänge seines Lebens.

Weiterführende Links:

Info zum Borobudur Tempel (englisch)