Wong Tai Sin Tempel, Hongkong

Der Wong Tai Sin Tempel in Hong Kong wurde 1921 vom taoistischen Priester Leung Renyan errichtet - © Jess Yu / Fotolia
© Jess Yu / Fotolia

Der Wong Tai Sin Tempel im nördlichen Kowloon in Hongkong ist dem taoistischen Heiligen Wong Tai Sin gewidmet. Vor allem zum chinesischen Neujahr versammeln sich tausende Pilger, um Glück für das neue Jahr zu erbeten und sich die Zukunft voraussagen zu lassen.

Der Wong Tai Sin Tempel in Hongkong ist einer der taoistischen Hauptschreine und wichtige Sehenswürdigkeit im Norden von Kowloon. Er wurde zu Ehren eines beliebten Heiligen in Hongkong, Wong Tai Sin, dem Großen Unsterblichen Wong errichtet, der sich mit 15 Jahren dem Taoismus anschloss und 40 Jahre später die Erleuchtung fand und unsterblich wurde. Ihm wird nachgesagt, das Böse zu bestrafen, Wunden zu heilen und die Zukunft vorauszusagen.

Der 18.000m2 umfassende Tempel auf der Südseite des Lion Rock wurde 1921 vom taoistischen Priester Leung Renyan errichtet. Ursprünglich stand der Altar mit einem heiligen Bildnis von Wong Tai Sin aus Guangdong, an dem Wong Tai Sin gehuldigt werden konnte, im Heilkräuterladen von Leung. Als jedoch immer mehr Pilger die Gebetsstätte nutzten und 1918 der Laden noch dazu abbrannte, überbrachte Wong Tai Sin selbst die Nachricht, Leung sollte seinen Tempel bauen – und zwar genau 3000 Schritte vom Hafen von Kowloon entfernt.

Der Tempel wurde drei Jahr später fertiggestellt und erhielt den Namen „Chik Chung Sin Schrein”. Nach einigen Umbenennungen einigte man sich schließlich auf den heutigen Namen Chik Chung Wong Sin Hall. 1968 wurde er in der heutigen Form gebaut.

Ansturm zu Neujahr

Bis 1956 durfte der Tempel nur von Taoisten und deren Familienmitgliedern betreten werden, jetzt ist er auch für die Öffentlichkeit zugänglich, die Verwaltung übernimmt die taoistische Organisation Sik Sik Yuen. Das minimale Eintrittsgeld kommt der Tung Wah Group of Hospitals zugute. Am chinesischen Neujahr finden sich unzählige Pilger vor dem Tempel ein, die um Mitternacht mit Räucherwerk in den Schrein rauschen, um Wong Tai Sin im neuen Jahr zu begrüßen. Je früher der Gruß, desto mehr Glück im neuen Jahr.

Prachtvolles Erscheinungsbild des Wong Tai Sin Tempels

Die Attraktionen des Wong Tai Sin Tempels bestehen vor allem in seiner Bauweise. Der Weg zum Schrein wird von einem mächtigen dreiteiligen Torbogen bewacht, auf dessen Front der Name des Tempels eingraviert ist. Am Tempelgelände befinden sich zwei weitere Bögen, sowie kleine Wasserfälle und Brücken und zwei künstliche Seen. Nach Feng Shui erbaut repräsentiert der Tempel die 5 Elemente. Der bronzene Pavilion steht für Metall, die Halle des Archivs für Holz, der Yuk Yik Brunnen bringt das Wasser ein, der Yue Heung Schrein liefert mit der ewigen Lampe das Feuer und die Erde wird durch die Wände aus Lehm repräsentiert.

Der typisch chinesische Tempel mit roten Pfeilern vor dem Eingang und einem prächtigen goldenen Dach mit himmelblauem Fries ist mit gelben Gittern und vielerlei Schnitzereien verziert. Eine lange Mauer, eine so genannte Neun-Drachen-Wand, in der neun kunstvolle Drachen eingearbeitet sind, wurde nach Pekinger Vorbild am Tempelareal errichtet. Im Inneren des Tempels sind vor allem die Große Halle, die Daxiong-boadian oder die Sansheng-Halle, sowie der Garten der guten Wünsche sehenswert.

Der Tempel als Orakel

Viele Gläubiger suchen den Wong Tai Sin Tempel auf, um Antworten auf ihre Fragen zu erhalten. Dazu praktizieren sie das so genannte „Kau Cim”. Sie zünden ein Räucherstäbchen an, gehen vor dem Altar auf die Knie und schütteln einen Zylinder aus Bambusholz, bis ein Glücksstäbchen mit einer Nummer herausfällt. Für diese Nummer erhalten sie einen Zettel mit einer Botschaft, die von einem Wahrsager erläutert wird.

Der Schrein beinhaltet eine große Anzahl an taoistischer, buddhistischer und konfuzianistischer Literatur und ist der einzige Tempel in Hongkong, an dem taoistische Hochzeiten abgehalten werden.