Alawerdi Kloster, Georgien

Das georgisch-orthodoxe Alaverdi Kloster liegt im gleichnamigen Dorf etwa 20 Kilometer von der Stadt Telavi entfernt und wurde im 4. Jahrhundert gegründet, Georgien - © gromwell / Fotolia
© gromwell / Fotolia

Das Alawerdi Kloster aus dem 11. Jahrhundert war einst die Hauptkirche von Kachetien, einer Region im Osten Georgiens. In der massiven steinernen Hauptkirche sind die kachetischen Könige und Königinnen der vergangenen Jahrhunderte bestattet.

Das Alawerdi Kloster befindet sich in der Region Kachetien im östlichen Georgien und ist nicht zu verwechseln mit der armenischen Stadt Alawerdi.

Das georgisch-orthodoxe Alawerdi Kloster liegt im gleichnamigen Dorf etwa 20 Kilometer von der Stadt Telavi entfernt. Es wurde im 4. Jahrhundert vom assyrischen Mönch Joseb von Alawerdi als kleine St. Georgs-Kirche gegründet und im 11. Jahrhundert vom kachetischen König Kwirike III. um seine heutige Hauptkirche, den so genannten “Alawerdi-Dom”, erweitert. Dieser ist heute nach der Sameba- und der Swetizchoweli-Kathedrale das drittgrößte Gotteshaus Georgiens und mit seinem über 50m hohen Turm nach der Sameba-Kathedrale das zweithöchste.

Das Alawerdi-Kloster zählte einst zu den wichtigsten Gotteshäusern Georgiens. Der Bischof von Alawerdi war praktisch das Oberhaupt der Kirche in Kachetien. Ihre spezielle Position wurde von diversen Dokumenten bestätigt, selbst die Könige Georgiens zollten den Bischöfen Respekt. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde das Alawerdi-Kloster in ein Nonnenkloster umgewandelt, indem sogar die Mitglieder der Königsfamilie wohnten, die den klösterlichen Eid abgelegt hatten.

Das Alawerdi-Kloster musste einige Erdbeben und feindliche Angriffe über sich ergehen lassen. Im 17. Jahrhundert fungierte es unter turkmenischen Truppen sogar als Kuhstall und Gefängnis.

Unterwegs im Alawerdi-Kloster

Trotz der vielen Restaurationen ist es heute in seiner ursprünglichen Form und seiner vollen Pracht zu besichtigen. Der spitz zulaufende Kirchturm im fruchtbaren Alazani-Tal hebt sich malerisch gegen die Gebirgskette des Kaukasus ab. Die steinerne, nahezu schmucklose Fassade des Alawerdi Klosters ist mit Arkaden und Rundbögen durchbrochen, an den Seitenschiffen am Westflügel finden sich Galerien über der zweiten Ebene. Dadurch erhält das Kloster ein äußerst stabiles und erhabenes Erscheinungsbild.

Der Innenraum des Alawerdi-Klosters ist nicht ganz so schlicht wie sein Äußeres. Durch die 16 Fenster in der großen Kuppel dringt das Sonnenlicht und beleuchtet die räumliche Harmonie des beeindruckenden Kirchenschiffs. Die Jungfrau Maria mit dem Kind über dem Altar stammt noch aus dem 11. Jahrhundert und auch die Abbildung des Heiligen Georg im Kampf mit dem Drachen aus dem 16. Jahrhundert über dem westlichen Eingang ist bemerkenswert.

Zahlreiche Schreiber hatten ihren Platz im Alawerdi-Kloster, die ihre wertvollen Manuskripte in der großen Bibliothek des Klosters aufbewahrten.

In einem kleinen, von einer eigenen Mauer umgebenen Bereich finden sich die Speise- und Baderäume des Klosters sowie die in Georgien allgegenwärtigen Weinkeller.

Als Hauptkirche in Katechian fungiert das Alawerdi-Kloster für die Könige und Königinnen sowie ihre Familien als letzte Ruhestätte. Auch der Gründer des Alawerdi-Klosters, Joseb von Alawerdi, ist hier bestattet.