Yungang Grotten in Shanxi, China

Die Yugang Grotten werden heute als das Zentrum der buddhistischen Kunst in Nordchina angesehen - © Oiotoshi / Fotolia
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Die Yungang Grotten in der Provinz Shanxi nahe Datong wurden von buddhistischen Mönchen am Fuß des Berges Wuzhou in den Sandstein gemeißelt und mit über 50.000 Felsfiguren bestückt. Die mehrstöckigen Kammern gleichen Bienenwaben im Berg und sind mit kunstvollen Wand- und Deckenschnitzereien verziert.

In der nordchinesischen Provinz Shanxi befinden sich die Yungang Grotten oder „Wolkengrat”-Grotten. Hier haben am Fuß des Berges Wuzhou 15km westlich der Stadt Datong buddhistische Mönche ihre Steinschnitzkünste bewiesen. In knapp 50 Höhlen und über 250 kleineren Nischen stehen mehr als 50.000 Felsfiguren, die bis zu 17m hoch sind.

Im 5. Jahrhundert nach Christus war Datong, damals noch bekannt als Pingcheng, die Hauptstadt der damaligen Wei-Dynastie. Zwischen 398 und 494 nach Christus war dort das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Königreichs. Die Steinfiguren der Yungang-Grotten wurden unter königlicher Aufsicht über den Lauf von 60 Jahren von 460 bis 525 nach Christus geschaffen.

Fantastische Steinfiguren der Yungang Grotten

Der Mönch Tan Yao begann mit dem Schnitzen der „Fünf Höhlen”, die auch nach ihm benannt sind. Der offizielle Auftrag endete im Jahre 525 nach Christus. Zu dieser Zeit erreichte die buddhistische Höhlenkunst ihren Höhepunkt und während der Liao-Dynastie arbeiteten die Mönche emsig weiter und schufen immer neue Kunstwerke.

Manche der Yungang Grotten sind Zwillings- oder Drillingshöhlen, es wurden mehrstöckige Räume und Dachböden geschaffen, China - © Stripped Pixel / Fotolia
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Manche der Grotten sind Zwillings- oder Drillingshöhlen, es wurden mehrstöckige Räume und Dachböden geschaffen, Innenhöfe und kleinere Kammern, alles verziert mit Wandschnitzereien und Deckenkunstwerken. Nach und nach wurde auch der Einfluss der Han-Dynastie bemerkbar, die neue kompliziertere Formen entstehen ließen und sich nicht mehr rein auf buddhistische Darstellungen beschränkten.

Heute werden die Yugang Grotten als Zentrum der buddhistischen Kunst in Nordchina angesehen. Die Stätte der Felsschnitzerei erstreckt sich über eine Länge von 1km und seit der Gründung der Volksrepublik China wird auch streng auf ihre Erhaltung geachtet. Seit 2001 zählen sie zum UNESCO Weltkulturerbe und bereits seit 1961 zu den Denkmälern der Volksrepublik China.

Gemeinsam mit den Longmen-Grotten in der Provinz Henan und den Mogoa-Höhlen der Provinz Gansu gehören sie zu den drei großen Stätten der Steinschnitzkunst in China.