Wutai Shan, China

Buddhistisches Kloster beim Gebirge Wutai Shan - Berg der fünf Ebenen - im Osten Chinas in der Provinz Shanxi - © RyszardStelmachowicz/Fotolia
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Der Wutai Shan ist mit seinen fünf Gipfeln einer der vier heiligen Berge des Han- und tibetischen Buddhismus. Neben seiner landschaftlichen Schönheit begeistert er mit seiner Vielzahl an schmucken Klöstern, die in den letzten beiden Jahrtausenden erbaut wurden. Wichtige Meister des Buddhismus haben hier ihre Lesungen abgehalten.

Der Berg „Wutai Shan” liegt im Osten Chinas in der Provinz Shanxi und hat eine Ausdehnung von über 2.800km². Die nächste Stadt ist Datong, ca. 4 Autostunden entfernt, der nächste Flughafen liegt in Tàiyuán. Der Gipfel des Wutai Shan ist mit 3.061m der höchste Nordchinas und neben Emei Shan, Putuo Shan und Jiuhua Shan einer der vier heiligsten Berge des chinesischen Buddhismus. Seit 2009 zählt er zu den Weltkulturerbestätten der UNESCO.

Der Berg Wutai Shan

Wutai Shan bedeutet „Berg der fünf Ebenen” und weist auf die fünf markanten Plateaus des Gebirges hin. Der Legende nach hat sich der Bodhisattva Manjushri, der Herr der Weisheit, diese fünf Plateaus zu seinem Sitz auserkoren, nachdem sie der Buddha Shakyamuni von Indien aus angestrahlt hatte. Von dort verbreitete er die Lehre des Buddhismus in Chian.

Die vielen Gipfel des Wutai-Gebirges sind mit einem Meer aus grünen Wäldern bedeckt und mit Quellen, Bächen und Teichen durchzogen. Die Vielzahl an Tempel reichert die landschaftliche Szenerie um die Atmosphäre des Buddhismus an. Das moderate Klima lockt vor allem in den heißen Sommermonaten.

58 Tempel am Wutai Shan

Jahrhunderte über galt der Wutai Shan als heiliges Land für die tibetischen und Han-Buddhisten. Viele pilgern hierher, um zu beten und zu meditieren. In Taihuai im Zentrum des Gebirges befinden sich die meisten Tempel des Gebietes. Morgens und abends werden von buddhistischen Mönchen Lesungen gehalten und Diskussionen über den Buddhismus zählen zu den Hauptaktivitäten am Wutai Shan. Bei berühmten Lektoren, wie zum Beispiel dem Buddha Meister Cheng Guan in der Tang Dynastie um 770 nach Christus, hörten mehrere tausend Gläubige zu. Zu dieser Zeit erlebten die Tempel des Mount Wutai auch ihren Aufschwung.

Viele der 58 Tempel sind weit über 1.000 Jahre alt, andere wurden erst im 20. Jahrhundert errichtet. Der Nanchan Tempel aus dem Jahre 782 zum Beispiel weist sehr ähnliche Buddha-Statuen wie die Mogao-Grotten nahe Dunhuang auf, die ebenfalls von großem historischem Wert sind.

Der berühmteste Tempel, ebenfalls noch aus der Tang-Dynastie ist der Große Huayan Tempel, er war der Prototyp des größten Xiantong Tempel mit über 400 Hallen. Ebenfalls berühmt ist der Fougang Tempel, das höchstgelegene Holzgebäude, das seit der Tang-Dynastie Bestand hat.

Alle Tempel sind mit Holz- oder Jade-Relikten aus alten Zeiten verziert und versetzen den Betrachter in eine längst vergangene Welt. Darüber hinaus sind sie so perfekt in die Gebirgslandschaft integriert, dass man sich den Wutai Shan ohne seine Tempel gar nicht mehr vorstellen könnte.

Besuch des Wutai Shan

Man kann ruhig drei Tage im Wutai Shan verbringen. Der erste Tag bietet sich für die Erkundung der Tempel in Taihuai an, wo sich auch die meisten Unterkünfte befinden, am zweiten Tag ist es Zeit für etwas Natur beim Besuch der fünf Plateaus am besten per Bus, damit man am dritten wieder die Muße hat, sich mit den Tempeln außerhalb von Taihuai zu beschäftigen.

Tipp: Warme (lange) Kleidung mitnehmen, vor allem am Abend kann es empfindlich abkühlen.