Longmen Grotten, Henan, China

Kalligraphische Schnitzereien in einer der über 2.345 Longmen Grotten in der chinesischen Provinz Henan, China - © Buddhadl / Fotolia
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Die Longmen Grotten in der Provinz Henan nahe Luoyang wurden von buddhistischen Mönchen in die Sandsteinwände der Longmen-Schlucht gemeißelt und mit über 100.000 Buddhastaturen und mehreren tausend kalligraphischen Gedenktafeln geschmückt.

Die Longmen Grotten befinden sich in der chinesischen Provinz Henan 12km südlich der Stadt Luoyang. Hier windet sich der Yishui-Fluss durch die Östlichen und Westlichen Berge nach Norden. Die Form der Berge gab dem Gebiet den Namen „Longmen” – „Drachentor”. Auf einer Länge von 1km wurden hier von buddhistischen Mönchen eindrucksvolle Höhlen, Nischen und mehrgeschossige Pagoden in die weichen Sandstein-Klippen der Longmen-Schlucht gemeißelt.

Die insgesamt 2.345 Grotten wurden mit mehreren tausend Buddha-Nischen über 60 Buddha-Pagoden und fast 100.000 Buddhastatuen von fingergroß bis zu meterhoch ausgestattet. Auch unzählige Gedenktafeln und kunstvolle kalligraphische Schnitzereien lassen jedem Betrachter vor Staunen den Mund offen stehen.

Zum Schutz der steinernen Meisterwerke wurden die Longmen Grotten 1961 auf die Liste der Denkmäler der Volksrepublik China gesetzt - © Jacek Kaczka/Fotolia
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Gemeinsam mit den Yungang-Grotten in der Provinz Shanxi und den Mogoa-Höhlen der Provinz Gansu gehören sie zu den drei großen Stätten der Steinschnitzkunst in China.

Besuch der Longmen-Grotten

Im Zuge von geführten Touren können die fantastischen Longmen-Grotten das ganze Jahr über besichtigt werden. Auch eine Besichtigung mit Elektrofahrzeugen kann gebucht werden. Bootstouren zwischen den imposanten Stätten sind ebenfalls möglich. Auf der 20minütigen Bootsfahrt erhalten die Besucher vom Wasser aus ganz neue atemberaubende Perspektiven auf die uralten Schätze der Longmen-Grotten.

Tipp: Im April und der ersten Mai-Woche können auch nächtliche Führungen durch die Longmen-Grotten bei spektakulärer Beleuchtung gebucht werden.

Entstehung der Longmen-Grotten

Geschaffen wurden die Schnitzereien der Longmen Grotten zur Zeit der Nördlichen Wei-Dynastie Ende des 5. Jahrhunderts nach Christus, als die buddhistische Felsskulptur-Kunst ihre Blütezeit erlebte. Ihre Fertigstellung dauerte über 400 Jahre und kann in drei Abschnitte unterteilt werden: bis 534 wurde auf Befehl des Kaisers Xiaowen geschnitzt, nachdem er seine Hauptstadt nach Luoyang verlegen ließ. Zu dieser Zeit entstanden durch geschätzte 200 Künstler die meisten Grotten, die erste und größte davon war Guyangdong, oder der Shiku-Tempel.

Bis 626 nach Christus wurde nicht viel gearbeitet, die Mönche hatten aufgrund landesinterner Unruhen andere Sorgen. So entstanden nur einige kleinere Höhlen. Erst in der Blütezeit der frühen Tang-Dynastie im frühen siebten Jahrhundert nach Christus lebte der Buddhismus wieder auf und damit auch das Interesse an den Höhlenschnitzereien und zwar intensiver als je zuvor.

Faszinierende Felsschnitzereien in der Lotus Höhle in den Longmen Grotten, Provinz Henan, China - © gringos / Fotolia
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Da die herrschenden Kaiser Gaozang und danach Wu Zetian (Chinas einziger weiblicher Kaiser) meist in Luoyang anwesend waren, entstanden in dieser Schaffensperiode wahre Meisterwerke von internationaler Bekanntheit, wie zum Beispiel die Gruppe der gigantischen Statuen in der Fengxiansi Grotte. Die äußerst lebendig wirkenden Skulpturen stellen den architektonischen und bildhauerischen Höhepunkt der Yungang Grotten dar, allen voran die kolossale 17m hohe Statue der sitzenden Boddhisattva Vairocana.

Doch schließlich wurde im mittleren 8. Jahrhundert nach Christus Luoyang von Rebellen eingenommen, was die Arbeit an den Grotten zuerst verlangsamte, bis sie schließlich 1175, in der Nördlichen Song-Dynastie ganz versiegte.

International bekannt wurden die Longmen Grotten während der Ming (1368-1644) und Qing (1644-1912) Dynastien. Dann begann auch die historische Erforschung der Zeugnisse der Bildenden Künste, Musik, Kalligraphie, Kleidung, Architektur und Medizin von damals. Im Lauf der Zeit wurden die Grotten durch Witterungseinflüsse aber auch Vandalismus und Kunstraub zerstört und verwüstet. Vor allem der Kulturrevolution durch Mao Zedong im 20. Jahrhundert fiel ein Großteil der Buddha-Statuen zum Opfer. Zum Schutz dieser steinernen Meisterwerke wurden die Longmen Grotten 1961 auf die Liste der Denkmäler der Volksrepublik China gesetzt und 2000 als UNESCO Weltkulturerbestätte eingetragen.

Weiterführende Links:

Offizielle Website der Longmen-Grotten mit Besucher-Infos (englisch)