Felsskulpturen in Dazu, China

Die Felsskulpturen in Dazu entstanden hauptsächlich zwischen dem 7. und 13. Jahrhundert in der Tang- und Song-Dynastie und vereinen buddhistische, konfuzianische und daoistische Einflüsse, China - © Volker Haak / Fotolia
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Die Felsskulpturen in Dazu entstanden hauptsächlich zwischen dem 7. und 13. Jahrhundert in der Tang- und Song-Dynastie und vereinen buddhistische, konfuzianische und daoistische Einflüsse. Neben der Meisterhaftigkeit der Darstellungen im Berg sind die Steinfiguren auch archäologisch wertvoll, da sie Einblicke in das frühere Alltagsleben gewähren.

Die Hänge des Dazu liegen knapp 170km von der Stadt chinesischen Chongqing in der südlichen Mitte Chinas entfernt. In über 100 Grotten befinden sich über 60.000 Steinfiguren in buddhistischem, konfuzianischem und daoistischem Stil sowie über 100.000 chinesische Schriftzeichen.

Die Erschaffung der religiösen Felsskulpturen datiert auf das 7. Jahrhundert zurück. Die Hauptschaffensperiode erstreckte sich vom 9. bis ins 13. Jahrhundert nach Christus zurück und fällt somit in die Tang- und Song-Dynastie. 1961 wurden sie auf die Liste der Denkmäler der Volksrepublik China aufgenommen. Seit 1999 zählen die Felsbilder von Dazu zum UNESCO Weltkulturerbe.

Neben der Meisterhaftigkeit der Darstellungen im Berg sind die Steinfiguren von Dazu auch archäologisch wertvoll, da sie Einblicke in das frühere Alltagsleben gewähren, China - © surachai / Fotolia
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Hier gibt es ähnlich wie in den Mogoa-Höhlen nicht nur buddhistische Motive, sondern auch Szenen aus dem Alltagsleben zu bestaunen. Scheinbar leben in den Grotten Buddhismus, Konfuzianismus und Daoismus in friedlicher Eintracht. Die Figuren sind so meisterhaft gefertigt, dass man sich unwillkürlich fragt, wie machten die das damals? Die Vielfalt an Gegenständen und die Liebe der Künstler zum Detail machen einen Besuch zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Besuch der Felsskulpturen in Dazu

Die Figuren in Dazu sind so meisterhaft gefertigt, dass man sich unwillkürlich fragt, wie machten die das damals, China - © surachai / Fotolia
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Touristisch beliebt sind vor allem die Bei-Shan und die Baoi-Ding-Shan-Höhle, eine hufeisenförmige Stätte am Rand einer Schlucht.

Die Bei-Shan-Höhle ca. 20km nordöstlich von Dazu ist eine 500m lange Felswand mit über 10.000 Figuren. Die Flanke des Berges wurde auf einer Höhe von bis zu 15m bearbeitet. Die Felsskulpturen entstanden vor allem zwischen 1180 und 1250 nach Christus durch den Mönch Zhao Zhifeng, der 70 Jahre seines Lebens der Erschaffung der steinernen Kunstwerke widmete.

Zahlreiche Zitate der buddhistischen Lehre weisen auf den Grund seines Schaffens hin: Erhabenheit und Erleuchtung für sich und andere. Demnach wurden die Skulpturen wahrscheinlich auch für didaktische Zwecke genutzt oder als Parabeln verwendet. Zhao hat damit seine Doktrin im wahrsten Sinne des Wortes in Stein gemeißelt und so für seine Schüler und Jahrhunderte später für Besucher aus aller Welt konserviert.

Weiterführende Links:

Beschreibung inkl. Fotos von Statuen der Boa-Ding-Shan-Höhle
Beschreibung inkl. Fotos von Statuen der Bei-Shan-Höhle
Detaillierte Beschreibung der einzelnen Grotten