Klosteranlage Somapura Mahavihara, Bangladesch

Die buddhistische Kloster Somapura im Norden von Bangladesch ist eine der bekanntesten archäologischen Stätten des Landes - © mname / Fotolia
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Die Somapura Mahavihara ist eine buddhistische Klosteranlage in Paharpur im Norden von Bangladesch. Sie zählt zu den bekanntesten Mahaviharas auf dem indischen Subkontinent und zu den bedeutendsten archäologischen Stätten des Landes.

Das buddhistische Kloster Somapura in der kleinen Gemeinde Paharpur im Norden von Bangladesch ist eine der bekanntesten Mahaviharas auf dem indischen Subkontinent und zählt zu den bedeutendsten archäologischen Stätten des Landes. Südlich des Himalayas stellt Somapura die größte buddhistische Klosteranlage dar. Seit 1985 zählt es um Weltkulturerbe der UNESCO.

Somapura wurde vom zweiten Pāla-König Dharmapala Anfang des 9. Jahrhunderts erbaut und von seinen Nachfolgern erweitert. Gemeinsam mit vier anderen Mahaviharas, die während der Pāla Periode entstanden, Vikramashila, Nalanda, Odantapurã und Jaggadala, gehörte Somapura zu einem regelrechten buddhistischen Netzwerk, das sich in staatlicher Hand befand. Zwischen diesen Viharas fand reger Wissensaustausch statt, für die großen Lehrmeister, wie zum Beispiel Kalamahapada, Viryendra oder Karunashrimitra war es kein Problem zwischen den einzelnen Instituten zu wechseln.

Zwischen dem 9. und 12. Jahrhundert wurde das Kloster von vielen tibetanischen Mönchen besucht. Als die Region im 13. Jahrhundert von den Muslimen erobert wurde, wurde die Klosteranlage aufgegeben. Wiederentdeckt wurde sie im 19. Jahrhundert durch Buchanan Hamilton, der die Region für die East India Trading Company erforschte. 1923 startete die systematische Ausgrabung unter der Führung indischer Archäologen.

Erscheinungsbild der Somapura Mahavihara

Die Somapura Mahavihara ist quadratisch, an jeder Seite fast 300 Meter lang und mit einer 5 Meter dicken und 3-5 Meter hohen Mauer umgeben. Innerhalb dieser befinden sich insgesamt 177 Meditations- und Schlafzellen für die Mönche. Die Klosteranlage wird von einem spektakulären, für Viharas jedoch untypischen Tempel dominiert. Die elegante Terrassenanlage ruht auf einem kreuzförmigen Fundament und endet in einer majestätischen pyramidenförmigen Stupa. Sie erreicht heute noch eine Höhe von 21 Metern und ist mit Blumenranken und Buddha-Abbildungen reich verziert. Die Stupa weist keine charakteristischen Merkmale indischer Tempel auf, sondern erinnert eher an die buddhistischen Sakralbauten von Myanmar, Java und Kambodscha.

Einheimische dachten, das dicht bewachsene Gebäude sei ein einfacher Hügel und nannten ihre Siedlung daher Paharpur, was so viel wie „Hügelstadt” bedeutet.

Unterwegs durch die Somapura Mahavihara

Kleinere Stupas, Tempel und Schreine in verschiedensten Größen und Formen wurden freigelegt und sind heute zwischen friedlichen Rasenflächen zu sehen. 63 Steinskulpturen von Gottheiten, über 2000 Inschriftentafeln aus Terrakotta, Münzen und Keramiken waren ebenfalls unter den Fundstücken. Einige davon sind in einem kleinen Museum aus den 1950er Jahren nahe der Mahavihara ausgestellt, andere wurden an das Nationalmuseum in Bangladesch oder das Varendra Research Museum in Rajshani überstellt.

Die Mahavihara beeindruckt einerseits durch die einfachen, harmonischen Linien und andererseits durch die reichen Verzierungen der Stein- und Terrakotta-Bauten. Kunstvolle Pflanzenornamente, Musiker, Schlangenbeschwörer, Gottheiten und Tierdarstellungen wurden meisterhaft in den Stein eingraviert. Die Architektur der Klosteranlage beeinflusste buddhistische Sakralbauten bis nach Kambodscha.

Die meisterhaft verzierten Bauten der Mahavihara haben im Lauf der Zeit bereits Schäden durch starken Regen, Salzeinlagerungen und auch Vandalismus davongetragen. Die Restaurierung und Erhaltung der einzigartigen Terrakotta-Verzierungen und -Skulpturen des Somapura-Klosters werden von der UNO mit 5,6 Millionen Dollar unterstützt.

Anreise zur Somapura Mahavihara

Die Somapura Mahavihara liegt 6-7 Autostunden von der Hauptstadt Dhaka entfernt, als Übernachtungsplatz würden sich Naogaon oder Badalgacchi anbieten. Aufgrund der abgeschiedenen Lage besuchen nicht viele Touristen die historische Klosteranlage, wodurch die absolut idyllische Atmosphäre der friedlichen Mahavihara bewahrt wird.

Weiterführende Links:

Beschreibung und Fotos von der Somapura Vihara (englisch)