Zaouia Sidi Sahib (Barbiermoschee) in Kairouan, Tunesien

Die prachtvolle verzierte Zaouia von Sidi Sahab beherbergt drei Barthaare des Propheten Mohammed und ist auch als
© MarcinSylwiaCiesielski/Shutterstock

In der Zaouia Sidi Sahib, dem Grab des Prophetengefährten, außerhalb der Stadtmauern von Kairouan in Tunesien liegt ein Mitstreiter des Propheten Mohammed begraben. Die prachtvoll verzierte Anlage wird gleichermaßen von Pilgern und Touristen besucht.

Die Zaouia Sidi Sahib zählt zu den am prächtigsten geschmückten Bauten der tunesischen Stadt Kairouan. Maurische und osmanische Architektur vereinen sich in der eindrucksvollen Anlage zu einer faszinierenden Symphonie. Hier wurde der Heilige Abū Zamʿa al-Balawī, ein Gefährte („sahab”) des Propheten Mohammed, bestattet, deshalb ist die herrliche Moschee auch als „Grab des Prophetengefährten” bekannt.

BILDER: Zaouia Sidi Sahib (Barbiermoschee) in Kairouan

 

Eine weitere Bezeichnung der Zaouia Sidi Sahib ist „Barbiermoschee”. Dieser Name wird jedoch nur in manchen europäischen Reiseführern verwendet und rührt von der Legende her, dass Abū Zamʿa al-Balawī immer drei Barthaare des Propheten Mohammed bei sich getragen habe. Diese Barthaare werden in der Barbiermoschee übrigens als Reliquien hoch verehrt.

Innenhof der Koranschule ("zaouia") im "Grab des Prophetengefährten" in Kairouan, Tunesien - © `aya73aya` / Shutterstock
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Bereits im 10. Jahrhundert berichten Schriftstücke von einem Grab, in dem ein unversehrter Leichnam ruht. Im 17. Jahrhundert wurde die Moschee um den Innenhof erweitert, der Räumlichkeiten für Besucher enthält. Im Zuge dessen entstand auch die kleine Koranschule („zaouia”), die der Zaouia Sidi Sahab ihren Namen gab. Der genaue Zeitraum des Ausbaus ist in einer Inschrift dokumentiert, die besagt, dass die Zaouia zwischen 1681 und 1685 erweitert wurde. Die Kuppel über dem eigentlichen Grab von Abū Zamʿa al-Balawī entstand allerdings – ebenfalls laut Inschrift – erst im Jahr 1787.

In den 1990er-Jahren wurde die gesamte Anlage gründlich renoviert und für Touristen zugänglich gemacht.

Besuch der Barbiermoschee

Die Zaouia Sidi Sahib liegt außerhalb der Stadtmauern im Stadtteil al-Balawiya.

Kunstvolle Mosaike und Wandmalereien zieren das gesamte Interieur der Zaouia von Sidi Sahab in Kairouan, Tunesien - © MarcinSylwiaCiesielski/Shutterstock
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Die Moschee ist von einer Mauer umgeben, deren Innenwände mit Mosaiken reich geschmückt sind.

Die zahlreichen Muster und Ornamente der Wandfliesen sind im türkischen Stil gefertigt, schlanke Minarette und opulente Stuckarbeiten zieren Wände und Kuppeln der Barbiermoschee. Mit Arabesken verzierte Säulengänge führen in den quadratischen Innenhof.

Durch ein mit rotem und weißem Marmor verziertes Portal gelangt man vom Innenhof über Kuppelhallen und Terrassen zum eigentlichen Grab des Prophetengefährten. Auf dem Weg lohnt es sich, immer wieder einen Blick nach oben zu werfen und die opulenten Kuppeln zu bestaunen. Im maurischen Stil sind sie mit feinsten Stuckarbeiten in filigranen Blatt- und Blumenmustern versehen.

Beim Schrein, der die Barthaare des Propheten Mohammed erhält, bitten die Pilger um die Erfüllung ihrer Wünsche und singen Loblieder auf Abu Zam’a: „Sei gelobt, oh Gefährte des Propheten, von überall strömen die Menschen, um deinen Segen zu empfangen”.