Ruinen von Khami, Simbabwe

Kunstvoller Steinwall in der Ruinenstadt Khami in Simbabwe - © Jerry Dupree / Shutterstock
© Jerry Dupree / Shutterstock

Die ehemalige Königsstadt Khami ist die zweitgrößte Ruinenstadt Zimbabwes. Bereits vor 10.000 Jahren lebten hier die ersten Menschen, Reste der Paläste der Torwa-Herrscher sind heute noch zu sehen.

Fünf Kilometer westlich von Bulawayo liegen die Ruinen von Khami, der nach Groß-Simbabwe zweitgrößten Ruinenstadt des Simbabwes. Spuren weisen hier auf eine Besiedlung vor bereits 10.000 Jahren hin. Die Ruinenstadt von Khami wurde 1986 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.

Khami – Stadt der Torwa-Könige

Die eigentliche Geschichte der Stadt beginnt um das Jahr 1000 nach Christus. Zu dieser Zeit entstanden unter dem Einfluss von Groß-Zimbabwe mehrere kleinere Königreiche; eines davon war das Reich der Torwa. In der Mitte des 15. Jahrhunderts kam es zum Niedergang Groß-Zimbabwes, und nachdem dessen Hauptstadt aus unerfindlichen Gründen verlassen worden war, stieg das Reich der Torwa rasch auf. Auf einer Fläche von mehreren Hektar errichteten die Bewohner Lehmhütten auf natürlich oder künstlich angelegten Terrassen. Die Könige, die in Khami residierten, ließen für sich einen prächtigen Palast und für die Oberschicht und die Priester des Mwari, des einen Gottes der Menschen, feste Häuser erbauen. Damals schon war die Stadt von einer Steinmauer umgeben.

Und Khami war keineswegs eine abgeschiedene Stadt. Archäologen fanden hier Porzellan aus China und verschiedene Gegenstände aus Europa, was einen regen Handel zwischen Khami und dem Rest der Welt belegt.

Wiederholte Zerstörung von Khami

Doch die Stadt Khami wurde im Lauf der Jahre nicht von Gewalt und Zerstörung verschont. Um 1680 fielen die Rozwi, eine Dynastie aus dem Norden, in der Stadt ein. Ihr Name bedeutet übersetzt „Räuber” oder „Zerstörer”, und sie wurden diesem Namen mehr als gerecht. Gott sei Dank fielen nicht alle Gegenstände ihrer Wut zum Opfer, und so können zum Beispiel die kostbaren königlichen Insignien noch heute im Museum in Bulawayo bestaunt werden.

Nachdem die Rozwi die Stadt übernommen hatten, verlegten sie ihre Hauptstadt nach Danangombe weiter im Nordosten, Khami blieb allerdings weiter eine Nebenresidenz. Doch auch die Rozwi hatten in Khami kein Glück. Nach der Vertreibung durch Weiße kamen die Ndbele nach Khami. Nach der Übernahme der Stadt ließ der König der Ndbele, König Mzilikazi, die meisten Gebäude schleifen; nur die ummauerten Terrassen wurden noch genutzt.

Unter Mzilikazis Nachfolger Lobengula musste Khami schließlich ein drittes Mal die Zerstörung sämtlicher Bauten über sich ergehen lassen, denn gegen Ende des 19. Jahrhunderts kamen weiße Siedler in die Stadt, da sie hier Gold vermuteten. Sie vernichteten die Gebäude und gruben die Erde um, was in der Zerstörung wichtiger archäologischer Belege über die Hochkulturen Afrikas resultierte.

Besuch von Khami

Heute befindet sich in Khami eine Ausgrabungsstätte auf einer Fläche von etwa einem halben Quadratkilometer. Besucher aus aller Welt können die Überreste des Palastkomplexes sowie der Terrassen und Steinwälle besichtigen. Letztere sind vor allem durch ihre kunstvolle Bauweise bemerkenswert. Die einzelnen Steine der Mauern wurden ohne Mörtel aneinandergefügt und auch nicht verputzt, was in einem faszinierenden Muster der Steinwände resultiert.