Eastgate Centre in Harare, Simbabwe

Das Eastgate Center in Harare, Simbabwe, beherbergt das größte Büro- und Shoppingzentrum des Landes - © David Brazier CC BY-SA3.0/Wiki
© David Brazier CC BY-SA3.0/Wiki

Das Eastgate Centre in Harare, der Hauptstadt von Simbabwe, ist ein Büro- und Shoppingcenter, das durch sein einzigartiges Klimatisierungssystem weltbekannt ist.

Das Eastgate Centre in Harare, der Hauptstadt von Simbabwe, vereint auf einer Fläche von insgesamt 31.500m² Büros, Shopping-Center und Restaurants. 1996 wurde Simbabwes größter Bürokomplex an der Rubert Mugabe Avenue und der Second Street eröffnet.

Ausgeklügelte Bauweise – von Termiten inspiriert

Was das Eastgate Centre so besonders macht, ist seine einzigartige Bauweise. Man findet hier keine herkömmliche Heizung oder Klimaanlage, denn so etwas braucht das Gebäude nicht. Mick Pearce, der Architekt, ließ sich bei der Planung des Centers von Termiten inspirieren. Diese Tiere züchten in ihrem Bau einen Pilz, der ihre primäre Nahrungsquelle darstellt. Die Umgebungstemperatur muss für den Pilz konstant 30,5 Grad betragen, und das bei Außentemperaturen von 1 bis 40 Grad. Die Termiten haben gelernt, die Temperatur im Inneren ihres Baus zu regulieren. Das gelingt ihnen durch Schächte, die entweder der Heizung oder der Kühlung dienen. Diese Schächte verschließen sie je nach Bedarf, und verhindern so das Absterben ihrer Hauptnahrungsquelle.

Dasselbe Prinzip wendete Pearce auf das Eastgate Centre an. Hier in Harare funktioniert dieses System, da die Stadt relativ hoch gelegen ist und somit ein gemäßigtes Klima vorherrscht.

Die erste Maßnahme, die Pearce beim Bau ergriff, war die Gestaltung der Außenmauern. Hier wurde auf den Einsatz von Glas, der in der modernen Architektur beinahe unerlässlich ist, verzichtet. Glasfronten bedeuten einen hohen Energieaufwand beim Heizen und Kühlen und somit hohe Kosten. Außerdem wird die Luft im Inneren des Gebäudes durch die ständige Zirkulation stark verschmutzt und keimbelastet.

Die zweite Maßnahme ist das Material der Außenmauern, die sehr viel Wärme speichern können. In der Früh ist das Gebäude aufgrund der niedrigen Außentemperaturen bei Nacht kühl. Während des Tages steigt die Temperatur durch die im Gebäude anwesenden Menschen und die Sonneneinstrahlung an, der Großteil dieser Wärme wird allerdings in den Mauern gespeichert. Am Abend, wenn die Außentemperatur wieder sinkt, strömt die gespeicherte warme Luft naturgemäß nach oben, wo sie durch Kamine entweicht. Von unten kommt kühle Luft nach, die ständig von Ventilatoren durch Schächte geblasen wird. In der Nacht sinkt die Temperatur wieder ab, und der Kreislauf wiederholt sich am nächsten Tag.

Erfolgreiche Sparmaßnahme

Der große Vorteil dieses einzigartigen Systems liegt in der enormen Kosteneinsparung. Für die Regulierung der Temperatur verbraucht das Eastgate Centre nur 10% eines vergleichbaren mit Heizung und Klimaanlage betriebenen Gebäudes. Für die Betreiber von Shops und Büros wird das Center so besonders attraktiv, da die Mieten rund 20% billiger sind als in den umliegenden Gebäuden. Mick Pearce wurde 2003 für seine Arbeit am Eastgate Centre mit dem Prince Claus Award für Kultur und Entwicklung geehrt.