Vulkan Piton de la Fournaise, La Réunion

Die Caldera des Piton de la Fournaise mit ihren zahlreichen Nebenkratern kann auch mittels Helikopter-Rundflug aus der Luft besichtigt werden, Reunion - © infografick / Shutterstock
© infografick / Shutterstock

Der Vulkan Piton de la Fournaise im Südosten von La Réunion ist einer der aktivsten Vulkane der Welt. Seine rotglühenden Lavaströme sind ungefährlich und ziehen viele Schaulustige an.

Der Piton de la Fournaise („Gipfel des Backofens”) ist der letzte aktive Vulkan auf der zu Frankreich gehörigen Insel La Réunion im Osten Madagaskars. Er liegt im Südosten der Insel und zählt zu den wichtigsten Attraktionen von La Réunion. Als Teil des Nationalparks von La Réunion zählt er seit 2007 zum Weltnaturerbe der UNESCO.

Der Piton de la Fournaise entstand vor etwa 400.000 Jahren aus dem benachbarten Piton des Neiges und zählt zu den aktivsten Vulkanen der Welt. Seit 1950 wurden nicht weniger als 47 Eruptionen registriert. Die Ausbrüche sind jedoch vorhersehbar und relativ ungefährlich.

Ähnlich wie bei den Vulkanen auf Hawaii fließt dünnflüssige Lava die Hänge des Piton de la Fournaise hinab Richtung Meer. Explosionen oder Gasausstöße gibt es so gut wie keine. Die letzte größere Eruption ereignete sich 2007, die den 13 mal 9km messenden Krater des Piton de la Fournaise zum Einsturz brachte und seinen Grund um 300m nach unten versenkte. Seit diesem Vorfall ist auch der Grund das Kraters für Besucher nicht mehr zugänglich.

Der Vulkan Piton de la Fournaise im Südosten von La Réunion ist einer der aktivsten Vulkane der Welt - © infografick / Shutterstock
© infografick / Shutterstock

Die Küstenstraße wird durch die Lavaflüsse des Piton de la Fournaise zwar immer wieder beschädigt, dafür rufen die faszinierenden rotglühenden Lavaströme jedoch auch jede Menge einheimische Schaulustige und Vulkantouristen aus der ganzen Welt auf den Plan.


Das Wunder Unserer Lieben Frau der Lava

Am Fuß des Piton de la Fournaise befindet sich die Kirche Sainte-Rose, deren einzigartiges Erscheinungsbild seit 1977 um die Welt geht. In diesem Jahr wäre die Kirche nämlich beinahe unter glühender Lava begraben worden. Aber eben nur beinahe. Wie durch ein Wunder teilte sich der Lavastrom kurz vorm Kirchenportal und floss um das Gotteshaus herum. Die Lava, die in die Kirche hineinfloss, stoppte nach wenigen Metern. Ob hier höhere Mächte am Werk waren, kann jeder für sich selbst entscheiden. Seit diesem Vorfall ist die Kirche auch unter dem Namen „Nôtre Dame des Laves” („Unsere liebe Frau der Lava”) bekannt.


Der gut 2.600m hohe Vulkan auf La Réunion ist auch schlicht und einfach als „Le volcan” („Der Vulkan”) bekannt und zählt zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf La Réunion. Die beste Zeit für Wanderungen auf dem Piton de la Fournaise ist der Winter auf La Reunion von Mai bis Oktober.

Unterwegs auf den Piton de la Fournaise

Um zur Caldera des Piton de la Fournaise zu gelangen nimmt man die gut ausgeschilderte „Route du Volcan”, die in Plaine des Cafres von der RN3 abzweigt. Sie führt über Bourg Murat, wo es ein Vulkanmuseum zu besichtigen gibt, durch alpin anmutende Weidelandschaften bis zu den Plaine des Sables. Hier beginnt die Mondlandschaft des Vulkans und die bisher noch asphaltierte Straße geht in eine Schotterpiste über.

Diese führt bis zum Parkplatz am Bellecombe-Pass, von dem aus man einen atemberaubenden Überblick über die Klippen der Caldera hat. Kurz vor dem Parkplatz zweigt eine Straße zur „Gite du Volcan”, einer kleinen Berghütte, ab, die die einzige Unterkunfts- und Verpflegungsmöglichkeit am Piton de la Fournaise darstellt. Vorreservierungen sind in der Hauptstadt Saint-Denis oder im Internet möglich.

Tipp: Wer den Krater des Piton de la Fournaise besuchen möchte, sollte mit guter Kondition, festen Wanderschuhen (scharfkantiges Vulkangestein!), Sonnenschutz, Verpflegung und genügend Trinkwasservorrat ausgerüstet sein. Das Wetter kann außerdem schnell umschlagen, warme und regenfeste Kleidung ist daher ebenfalls empfehlenswert. Wer den schönsten Teil des Tages noch erwischen möchte, sollte möglichst früh aufbrechen.

Auf dem Weg nach oben kommt man immer wieder an fantastischen Aussichtspunkten vorbei und passiert die so genannte „Grand Brûlé”, die „Große Verbrannte”, eine Region aus Lavaströmen von vergangenen Zeiten.

So genannte Pahoehoe-Lava am Piton de la Fournaise in La Réunion - © Sebastien Burel / Shutterstock
© Sebastien Burel / Shutterstock

Anhand der Vegetation, die auf den pechschwarzen Pfaden wächst, ist zu erkennen, welche Ströme vor kurzem noch flüssig waren und welche schon seit längerer Zeit wieder erstarrt sind. Noch Monate nach dem Ausbruch ist das Herz der Lavastraßen so heiß, dass bei Regen zu dampfen anfängt.

Die verschiedenen Arten von aufgeworfener Lava sind hier gut zu erkennen. Auch so genannte Lava-Tubes, pechschwarze Röhren und Höhlen, die durch flüssige Lava entstehen, deren obere Schicht schon abgekühlt ist, gibt es zu bestaunen.

Eine Wanderung vom Parkplatz zum Rand des Vulkankegels führt über unwegsames Gelände und nimmt etwa vier Stunden in Anspruch. Weiße Markierungen weisen den Weg zum Krater.

Eine Umrundung des Kraterrandes dauert etwa zwei Stunden. Je nachdem, wie lang man sich am Krater aufhalten möchte, sollte man also für die direkte Besichtigung einen ganzen Tag einplanen.

Wanderung zum Kratersee

Etwa auf halber Strecke zwischen Bourg-Murat und Pas de Bellecombe biegt ein holpriger Forstweg ab. Dieser geht schließlich in einen einfachen Wanderweg über, auf dem man nach etwa 4 Kilometern den einzigen Kratersee von La Réunion erreicht. Bei gutem Wetter fällt der Blick nicht nur auf den idyllischen See, sondern reicht bis zum Piton des Neiges im Westen und bis zum Indischen Ozean im Süden.

Tipp: Die Caldera des Piton de la Fournaise mit ihren zahlreichen Nebenkratern kann mittels Helikopter-Rundflug auch aus der Luft besichtigt werden. Um den Vulkan noch ohne Nebel und Regenwolken genießen zu können, empfiehlt sich ein Flug am Morgen oder Vormittag. Sind gerade glühende Lavaströme die Bergflanken unterwegs ins Meer, werden auch Nachtflüge über das spektakuläre Schauspiel angeboten.

Weiterführende Links:

Offizielle Website der Gite du Volcan (französisch)
Reservierungsmöglichkeit in der Gite du Volcan