Ilha de Moçambique, Mosambik

Der Hauptplatz von Ilha de Moçambique, Mosambik - © Grigory Kubatyan/Shutterstock
© Grigory Kubatyan/Shutterstock

Die Ilha de Moçambique vor der Küste Afrikas war im 16. Jahrhundert ein bedeutender Handelsstützpunkt zwischen Asien, Afrika und Europa. Eindrucksvolle Kolonialbauten zeugen heute noch vom damaligen Reichtum.

Die Ilha de Moçambique, auch Mosambikinsel genannt, ist eine dicht besiedelte Insel wenige Kilometer vor der Küste Mosambiks im mittleren Norden des Landes. 1991 wurde sie aufgrund ihrer prachtvollen Kolonialbauten von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Einst war die langgezogene Ilha de Moçambique aufgrund ihrer strategischen Lage zwischen Afrika und Asien ein bedeutender Handelshafen. Kaum ein Strich im Indischen Ozean, schrieb sie dennoch Weltgeschichte. Auf der nur 1,5km² großen Insel leben heute 15.000 Menschen, was immer mehr zu Platzproblemen führt. In 20 Minuten kann man von einem Ende der Insel zum anderen spazieren.

Geschichte der Ilha de Moçambique

Die Insel ist nicht nach dem Land benannt, sondern gab umgekehrt Mosambik seinen Namen. Als der bekannte Seefahrer Vasco da Gama 1498 als erster Europäer die kleine Insel im Indischen Ozean erreichte, herrschte der Scheich Moussa Ben Mbiki über das Eiland. Auf seiner Suche nach dem Seeweg nach Indien staunte er nicht schlecht, mitten in Afrika vornehm gekleidete Araber und mit Reichtümern beladene Schiffe vorzufinden. Die Muslime trieben schon damals regen Handel zwischen Afrika und Asien.

Eine Dhau am Sandstrand vor der Altstadt der Ilha de Moçambique, Mosambik - © Jonathan Tichon/Shutterstock
© Jonathan Tichon/Shutterstock

7 Jahre später wurde die Stadt von den Portugiesen Tristan da Cunha und Afonso de Albuquerque besetzt. Letzterer ließ zwei Jahre später an der Nordspitze von Ilha de Moçambique das gigantische Fort São Sebastião errichten, das heute noch besichtigt werden kann. Der Bau dieses eindrucksvollen Bollwerks muss eine Unmenge an Geld verschlungen haben, denn alle Steine der Festung wurden in nummerierter Reihenfolge aus Europa herangeschafft. Heute ist sie die älteste noch erhaltene Festung südlich der Sahara.

Die Handelsstadt wurde weiter ausgebaut und entwickelte sich zum wichtigsten Hafen von Mosambik und einem bedeutenden portugiesischen Stützpunkt auf der Seeroute nach Indien. Neben begehrten exotischen Produkten, wurden ab dem frühen 18. Jahrhundert auch Sklaven gehandelt. Ende des 19. Jahrhunderts lag auf der Ilha de Moçambique eine wohlhabende Stadt mit einem prachtvollen Gouverneurspalast, einer eindrucksvollen Kathedrale als Bischofssitz, einem Zollhaus und einer Vielzahl an französischen, deutschen und Schweizer Handelshäusern. Ilha de Moçambique wurde jedoch 1898 als Hauptstadt von Mosambik von Maputo abgelöst und begann zunehmend zu verfallen. Als 1976 die Portugiesen abzogen, gab der aufkommende Bürgerkrieg der Ilha de Moçambique den Rest.

Imposante Kolonialbauten aus der Zeit Vasco da Gamas

Einige der imposanten Gebäude von damals haben dennoch bis heute überlebt. Die Prachtbauten aus kostbarem Korallenstein stammen zumeist aus dem 16. Jahrhundert und sind – übrigens wie die Einwohner der Ilha de Moçambique – eine faszinierende Mischung aus Europa, Indien und Arabien.

Im historischen Palácio dos Capitães-Generais in der nördlich gelegenen Stone-Town befindet sich heute die Touristeninformation und ein Museum. Wer von der eindrucksvollen Tour durch die Jahrhunderte genug hat, sollte den historischen Tag am idyllischen Strand von Ilha de Moçambique ausklingen lassen.

Die Ilha de Moçambique ist heute über eine 3km lange Brücke mit dem Festland verbunden. Ihr fragiles Erscheinungsbild erklärt, warum hier nur PKWs, jedoch keine Busse und LKWs übersetzen dürfen.