Malawi-See in Malawi, Tansania und Mosambik

Atemberaubendes Panorama über den scheinbar endlosen Malawi-See, Malawi - © BarryTuck / Shutterstock
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Der Malawi-See zwischen Malawi, Tansania und Mosambik beeindruckt Biologen durch seinen atemberaubenden Fischreichtum und Touristen durch seine traumhaften goldenen Sandstrände, die ihn zu einem der wichtigsten Touristenziele in Malawi machen.

Im Herzen Ostafrikas befindet sich mit dem Malawi-See der drittgrößte See Afrikas und der neuntgrößte See der Welt. Er liegt am Länderdreieck zwischen Malawi, Tansania und Mosambik im ostafrikanischen Grabenbruch. Zum Schutz des fantastischen Fischreichtums zählt der Malawi-See-Nationalpark im Süden des Sees seit 1984 zum Weltnaturerbe der UNESCO.

BILDER: Malawi-See

 

Der Malawi-See wird nach dem Yao-Wort für See, „nyasa”, auch Nyassa (Tansania) oder Niassa (Mosambik) genannt. Mit einer Größe von 560 mal 80 Kilometern und einer Tiefe von etwa 700 Metern wird der Malawi-See am afrikanischen Kontinent nur von den nördlichen gelegenen Seen Viktoriasee und Tanganjikasee übertroffen.

Flora und Fauna im Malawi-See

Der Malawi-See existiert bereits seit über einer Million Jahren. In diesem Zeitraum konnte sich in und um den Malawi-See eine fantastische Tierwelt entwickeln. Vor allem berühmt ist der Malawi-See für seine unglaubliche Anzahl an Buntbarschen, die in Europa den Aquaristen als Malawi-Buntbarsche ein Begriff sind. Wer diese einmaligen Fische also betrachten und nicht im Malawi-See tauchen will, braucht sich bloß in die nächstgelegene Zoohandlung aufmachen und die dortigen Aquarien absuchen.

Die prachtvollen Malawi-Buntbarsche aus dem Malawi-See sind beliebte Bewohner der europäischen Aquarien, Malawi - © val lawless / Shutterstock
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Im Malawi-See leben unglaubliche 450 verschiedene Arten an Buntbarschen, die meisten davon sind endemisch und kommen damit sonst nirgendwo auf der Welt vor. Neben den Buntbarschen sind noch Welse, Karpfen, Salmler, Zahnkärpflinge und Stachelaale vor. Vier Buntbarscharten und eine Welsart werden im südlichen Bereich als Speisefische aus dem Malawi-See gefischt und vor Ort verzehrt bzw. auch exportiert. Um eine Überfischung zu vermeiden, wurde im Jahr 1980 bei Monkey Bay der Malawi-See-Nationalpark eingerichtet.

Malawi-See-Nationalpark

Der Malawi-See-Nationalpark war der erste Süßwasser-Nationalpark der Welt. Das geschützte Gebiet umfasst nicht nur die Wasserfläche, sondern auch einen etwa 100 Meter breiten Landstrich am Ufer und einige Inseln. Innerhalb seiner Grenzen leben damit nicht nur die Seebewohner, sondern auch Paviane, Antilopen und natürlich eine gehörige Menge an Vögeln, wie zum Beispiel Fischadler, Kormorane, Nachtschwalben, Eisvögel, Turmfalken, Klippschliefer oder Hammerköpfe mit ihren charakteristisch geformten Kopffedern.

Ein 800 Jahre alter Baobab-Baum im Malawi-See-Nationalpark soll der Lieblingsplatz des schottischen Missionar und Afrikaforscher David Livingstone gewesen sein. Hier hielt er seine Predigten und plauderte mit anderen Missionaren.

Besuch des Malawi-Sees

Auf der südlichen Seite in Malawi bietet der Malawi-See traumhafte Strände, ruhige Wellen glasklares Wasser, durch das man in den Uferregionen bis zum Grund sehen kann und damit absolut einmalige Badebedingungen.

Tipp: Im Malawi-See werden immer wieder Erreger der Billharziose gefunden. Ihre Larven leben in den Schnecken im See, deren Anzahl teilweise durch die Überfischung der Buntbarsche zunimmt. Besonders betroffen sind Stellen mit seichtem Wasser und Flussmündungen. Je bewegter und tiefer das Wasser, desto weniger Erreger.

Gen Norden werden die Ufer des Malawi-Sees immer steiler, bis sie in den bis zu 2.500m aufragenden Steilwänden des Livingstone-Gebirges gipfeln, die auf der tansanischen Seite des See direkt aus dem Wasser ragen. Wer hier badet oder surft muss sich vor starkem Wind mit hohen Wellen und tückischen Fallwinden in Acht nehmen.

Achtung Wildtiere: Ist man allein in unbewohnten Gebieten am Malawi-See unterwegs, sollte man sich vor gewissen Wildtieren in Acht nehmen. Auf den menschenleeren Inseln fühlen sich große Warane und Seepythons heimisch und wollen nicht gestört werden. Auch von Flusspferden kann eine gewisse Gefahr ausgehen, wenn man ihnen den Fluchtweg zum Wasser abschneidet. Fühlen Sie sich bedroht, entwickeln die sonst eher gemächlichen Dickhäuer eine erstaunliche Geschwindigkeit. Da sie ihre Opfer unter Wasser ziehen und ertränken, können sie sogar Menschen gefährlich werden. Jährlich gibt es am Malawi-See tatsächlich mehr Todesfälle durch Flusspferde als durch Krokodile.

Traditionelle "Bwatos" am Malawi-See in Tansania und Malawi, dem drittgrößten See des afrikanischen Kontinents - © Rafal Cichawa / Shutterstock
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Am Malawi-See liegen über 10 Häfen, die vom Dampfschiff MS Ilala bereits seit 1951 regelmäßig angesteuert werden. Von Monkey Bay im Süden bis Karonga im Norden ist man mit dem Schiff fünf Tage unterwegs.

Mangochi

Die meisten Touristen besuchen den Distrikt Mangochi, der mit seinen Hotels, Lodges und Camps die besten Unterkunftsmöglichkeiten bietet. Die gleichnamige Stadt wurde 1890 als britische Kolonie gegründet und liegt am südlichen Ende des Malawi-Sees. Neben Gästehäusern und Lodges, einigen Geschäften, Supermärkten, Banken und einem Postamt beherbergt Mangochi auch die eine oder andere Sehenswürdigkeit. Dazu gehört das Lake Malawi Museum mit ethnischen, geschichtlichen und naturhistorischen Ausstellungsstücken, eine große Moschee sowie eine katholische Kirche, einen Uhrenturm aus dem frühen 20. Jahrhundert und die Shire Bridge, eine malerische Brücke über den gleichnamigen Fluss. Hauptattraktion sind jedoch die wunderbar goldenen Sandstrände von Mangochi, die sich bis nach Monkey Bay ziehen.

Monkey Bay (Lusumbwe)

Monkey Bay liegt ebenfalls im Distrikt Mangochi und ist eines der belebtesten Fischerdörfer am Malawi-See. Trotzdem leben die Menschen in Monkey Bay teilweise unter der Armutsgrenze, kaum eine der einfachen Lehmhütten kann den Luxus eines Stromanschlusses bieten (allein der Anschluss kostet ein Dreimonatsgehalt). Außer einem Markt, einem Supermarkt, einem Internet-Café und einer Bank gibt es in Monkey Bay keine bedeutsame Infrastruktur.

Die traumhafte Monkey Bay am Malawi-See in Malawi - © PlusONE / Shutterstock
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Touristen kommen wegen seines wunderbaren Sandstrandes nach Monkey Bay. Oft wird Monkey Bay als das bestbekannte Urlaubsresort in Malawi bezeichnet. Tauchbasen ermöglichen die Erkundung des atemberaubenden Fischreichtums im Malawi-See. In Monkey Bay legen auch viele Touristen auf ihrer Reise nach Cape Maclear einen Zwischenstopp ein.

Cape Maclear (Chembe)

Cape Maclear liegt auf der Halbinsel Nankumba am südlichen Ufer des Malawi-Sees und ist das beliebteste Touristenresort am See. Die malerische Bucht von Cape Maclear mit ihren beiden Inseln Domwe und Mumbwe bietet vor allem bei Sonnenuntergang einen fantastischen Anblick.

Cape Maclear wurde 1859 von David Livingstone gegründet und nach seinem damaligen Freund, dem Astronomen Thomas Mclear vom Kap der guten Hoffnung in Südafrika benannt. Vorübergehend fungierte Cape Maclear als Missionsstation, einige Missionare fanden hier ihre letzte Ruhestätte.

Als Teil des Malawi-See-Nationalparks ist Cape Maclear mit einer fantastischen Tierwelt gesegnet, die Naturinteressierten in einem eigenen Museum vorgestellt wird.

Cape Maclear ist noch heute das beliebteste Ziel der Backpacker, die auf eigene Faust durch Afrika unterwegs sind. Bars, Restaurants, Lodges und Gästehäuser sorgen für Verpflegung und Unterkunft der Reisenden. Das idyllische Ambiente der Bucht lädt vor allem zum Entspannen und Relaxen ein. Wer aktiv sein möchte, findet optimale Bedingungen für Wanderungen, Schnorchel- und Tauchausflüge, Bootsfahrten und Kajak-Touren. Wer mit der Yacht oder dem Katamaran auf den See hinausfährt, kann die farbenfrohen Fische weit draußen am See beobachten, die sich von Hand füttern lassen.

Sportbegeisterte werden sich im Sommer über die jährliche Yacht-Regatta am Malawi-See freuen, die in Cape Maclear startet und Richtung Norden bis nach Nkhata Bay führt.

Insel Mumbwe (Thumbwe)

Auf Mumbwe sorgen Campingplätze und Safari-Zelte für Erholung in tropischer Umgebung und wunderbar idyllischer Abgeschiedenheit. Die Insel ist völlig unbewohnt und da nur nicht-motorisierter Wassersport erlaubt ist, blieb die Vielfalt der Flora und Fauna hier völlig ungestört. Ein wahres Paradies für Naturliebhaber!

Insel Domwe

Domwe ist ein klassischer Mix zwischen tropischen Inselerfahrungen und afrikanischen Busch-Erlebnissen. Die größte Insel im Malawi-See ragt 400m über den See und hat eine Uferlänge von 11km. In besonders trockenen Monaten entsteht eine Landbrücke vom Festland auf die Insel, wodurch Domwe sowohl von Menschen als auch von mehreren Säugetierarten bevölkert ist.

In einem komplett eingerichteten Abenteuer-Camp an der Westküste von Domwe können sich Besucher selbst versorgen und auf verschlungenen Wanderwegen die einzigartige Natur der Insel und des Malawi-Sees erforschen.

Senga

Senga, ein zauberhafter Badeort am Malawi-See, liegt im Norden von Mangochi 16km von Salima entfernt. Hier ist die touristische Infrastruktur zwar nicht so gut wie in Mangochi, aber ausreichend vorhanden. Am 10km langen Sandstrand erstrecken sich Herbergen und Lodges, die aufgrund ihrer Nähe zu Lilongwe an den Wochenenden auch von den Einwohnern der Hauptstadt von Malawi genutzt werden.

Nkhata Bay

Nkhata Bay ist eine Hafenstadt im Herzen des Malawi-Sees an seinem westlichen Ufer. Nach Cape Maclear ist Nkhata Bay das am meisten frequentierte Urlaubsziel am Malawi-See. Die touristische Infrastruktur ist mit mehreren Bars, Restaurants, Shops, Postamt, Internet-Café, einer Bus-und Taxi-Station, einem Markt und vier Banken dementsprechend gut ausgebaut. Jeden Sommer ist Nkhata Bay Zielort einer mehrtägigen Yacht-Regatta von Cape Maclear aus.

Die spektakuläre Nkhata Bay am Malawi-See ist leider für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, Malawi - © Villiers Steyn / Shutterstock
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Das karibische Flair und die üppige tropische Vegetation von Nkhata-Bay kann in mehreren Gästehäusern und Lodges in vollen Zügen genossen werden. Die Unterwasserwelt kann über mehrere Tauchschulen erforscht werden.

In Nkhata Bay sind nicht mehr so viele Rucksacktouristen wie früher anzutreffen, die günstig übernachten möchten (teilweise fand man Zimmer und Frühstück um wenige US-Dollar). Auch hier wurden mittlerweile „teurere” Lodges errichtet, die sich eher an Überland-Trucker als an Backpacker richten.

Von Nkhata Bay aus fährt die MS Ilala zweimal in der Woche auf die Inseln Chizumulu und Likoma. Vor allem letztere beeindruckt mit atemberaubenden Sandstränden und einer imposanten Missionarskirche. Neben der MS Ilala wird Nkhata Bay auch von einem Motor-Dow serviciert, welches nach Mbamba-Bay am tansanischen Teil des Malawi-Sees verkehrt.

Für Geschichte-Interessierte lohnt sich ein Abstecher nach Nkhotakota. Das Dorf gilt als einer der ältesten Marktplätze südlich der Sahara. Seine Historie ist noch so gut wie nicht erforscht. Angeblich soll jedoch in Nkhotakota unter einem wilden Feigenbaum im Jahr 1863 David Livingstone von Häuptling Juma ben Saidi und 50 seiner Gefolgsleute begrüßt worden sein.

Auch bei Karonga nahe der Grenze zu Tansania grüßt die Vergangenheit. Hier wurde das bisher älteste Fossil eines Menschen gefunden. Der Unterkiefer ist an die zwei Millionen Jahre alt.

Weiterführende Links:

Info zum Malawi-See-Nationalpark auf der offiziellen Tourismus-Seite von Malawi (englisch)