Nosy Boraha, Madagaskar

Einsamer Strandabschnitt auf der Trauminsel Nosy Boraha im Indischen Ozean, wenige Kilometer von der Nordost-Küste Madagaskars entfernt - © ste67 / Fotolia
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Die Insel Nosy Boraha liegt an der Nordostküste von Madagaskar und war früher Stützpunkt berüchtigter Piraten. Heute lockt sie Besucher mit ihrer faszinierenden Natur und vorbeiziehenden Buckelwalen.

Die madagassische Trauminsel Nosy Boraha liegt im Indischen Ozean wenige Kilometer von der Nordost-Küste Madagaskars entfernt. Sie kann sowohl mit dem Schiff, als auch mit dem Flugzeug von der madagassischen Hauptstadt Antananarivo erreicht werden. Nicht so bekannt und touristisch erschlossen wie zum Beispiel Nosy Be punktet Nosy Boraha dafür mit fantastischer Pflanzenwelt und unberührter Landschaft. Die grüne Insel hat jedoch auch ihren Preis: Wo viel Vegetation, da auch viel Regen, man muss also damit rechnen, auf Erkundungstrips durch Nosy Boraha hin und wieder nass zu werden.

Die langgestreckte Form von Nosy Boraha misst eine Länge von 50km, an ihrer breitesten Stelle ist sie nur 7km breit. Die Insel Nosy Boraha wird auch „île Sainte Marie” genannt, der Name der Hauptstadt lautet Ambodifotatra.

Damals: Piraten und Franzosen

Nosy Boraha hat eine lebhafte Vergangenheit hinter sich. Im 17. und 18. Jahrhundert war die paradiesische Insel durch ihre Nähe zu den Handelsrouten der East India Company Versteck berüchtigter Piraten, wie William Kidd, Thomas Tew oder Henry Every. Ihr Hauptstützpunkt war das kleine Eiland île aux Forbans in der Bucht von Ambodifotatra. Hier sind heute noch die Überreste mehrerer Piratenschiffe zu sehen, wie zum Beispiel die der „Fiery Dragon” von Captain Condent. In der Nähe von Ambodifotatra liegt sogar ein Piratenfriedhof, der heute zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Nosy Boraha zählt. Die verwitterten Grabsteine können in etwa 20min von der Hauptstadt aus nur zu Fuß und bei Ebbe erreicht werden.

Neben den Piraten spielten auch die Franzosen eine wichtige Rolle in der Geschichte Nosy Borahas. 1750 übergab der Sohn eines französischen Piraten die Inseln an Frankreich, die es zur Kolonie machte. Als Frankreich die Macht über ganz Madagaskar bekam, wurde Nosy Boraha der riesigen Nachbarinsel einverleibt und gehört bis heute zu Madagaskar.

Heute: Sandstrände und Buckelwale

Nosy Boraha lebt heute vor allem vom Tourismus. Die fantastische Ferieninsel lockt mit goldgelben Sandstränden, palmengesäumten Buchten und glasklarem Meer. Auch die winzigen Nachbarinseln, wie zum Beispiel die île aux Nattes, laden zum Baden und Relaxen ein. Taucher sollten unbedingt in der Lagune von Sainte Marie halt machen. Das dortige Korallenriff schützt die Bucht vor Haien und bietet eine spektakuläre Unterwasserlandschaft, die zu den schönsten im Indischen Ozean zählt.

Apropos Unterwasserlandschaft: Madagaskar liegt an der Wanderroute der Buckelwale, die von der Antarktis in wärmere Gefilde ziehen. Von Juli bis September wird der Kanal zwischen Madagaskar und Nosy Boraha zur Kinderstube für den Nachwuchs der riesigen Meeressäuger.

Auch die Fauna und Flora über der Meeresoberfläche lässt die Herzen von Naturliebhabern höher schlagen. Viele seltene Tiere- und Pflanzen haben ihren einzigen Lebensraum auf Nosy Boraha gefunden, darunter das faszinierende Panther-Chamäleon, einige Lemuren-Arten und farbenprächtige Orchideen, wie die spektakuläre „Königin von Madagaskar” (Eulophiella roempleriana). Nosy Boraha war auch einst die Heimat des viel gejagten Delalande-Seidenkuckucks, der im 19. Jahrhundert ausgestorben ist. Seine Erinnerung besteht nur noch in Form von 13 ausgestopften Exemplaren in verschiedensten Museen der Welt, darunter Paris, Stuttgart und Wien.

Tipp: Nosy Boraha ist wie das Festland von Madagaskar Teil vieler Traditionen und Legenden der Madagassen. Manche Orte sind mit „Fadys” belegt und gelten als Tabu. Bevor man einsame Regionen aufsucht sollte man sich aus Respekt vor den Einheimischen bei einem lokalen Führer vergewissern, dass eine Erkundung keine Probleme verursacht.

Weiterführende Links:

Detailinfo zu Nosy Boraha (englisch)