Nosy Be, Madagaskar

Boote vor der Insel Nosy Be im Norden Madagaskars - © Unclesam / Fotolia
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Nosy Be ist eine traumhafte Insel im Norden von Madagaskar. Ihre üppige Vegetation und die atemberaubenden Sandstrände machen sie zum perfekten Ausklang eines erlebnisreichen Madagaskar-Urlaubs.

Die Insel Nosy Be liegt im Norden Madagaskars etwa 10km vor der Küste und gilt als bestentwickeltes Tourismus-Ziel Madagaskars. Sie ist über den Flughafen im Osten der Insel oder per Fähre und Schnellboot vom Festland aus zu erreichen und bietet mehrere Hotels mit insgesamt über 300 Gästezimmern.

Der Hauptort von Nosy Be ist Andoany, heute meist als Hell-Ville bezeichnet. Die Einwohner stammen zum Großteil aus dem Volk der Sakalava, da Mitte des 19. Jahrhunderts viele von ihnen vor den Kämpfen gegen die Merina vom Festland auf Nosy Be geflohen sind.

Die Insel der Düfte

Nosy Be bedeutet übersetzt „Große Insel”, was man mit einer Fläche von 325km² gut und gerne behaupten kann. Ihren Beinamen „Parfüm-Insel” erhielt Nosy Be durch die zahlreichen Plantagen, auf denen wohlriechende Gewürze wie Vanille, Nelken, Ylang-Ylang und Zimt angebaut werden. Neben diesen Produkten wurde lange auch Zucker angebaut, der vorwiegend nach China exportiert wurde. Von den 11.000 Hektolitern Alkohol, die jährlich produziert werden, zeugen die Rum-Destillerien in Dzamandjary, der zweitgrößten Siedlung von Nosy Be an der Westküste der Insel.

Tipp: In der Zuckerfabrik kann man den hervorragenden und günstigen Zuckerrohrschnaps probieren. Wer allerdings eine Kostprobe mit nach hause nehmen möchte, muss selbst eine Flasche zum Abfüllen mitnehmen.

Relaxing und Rambazamba an Traumstränden

Nosy Be ist eine fantastische Urlaubsinsel. Durch das feucht-warme Klima und kaum Wind sinken die Temperaturen auch im Winter nie unter 20°C und steigen im Sommer selten über 30°C. Es regnet oft, jedoch meist in der Nacht, was für die spektakuläre Vegetation auf Nosy Be sorgt.

Als Insel hat Nosy Be natürlich atemberaubende Strände im Indischen Ozean zu bieten. Einer davon ist der traumhafte Sandstrand Madirokely bei Ambataloaka, einem kleinen Fischerdorf. Der 2km lange Strand lädt tagsüber zum Baden und Relaxen ein und verwandelt sich nach Sonnenuntergang in eine lebhafte Partymeile, in dessen zahlreichen Lokalen, Discos und Bars bis in die frühen Morgenstunden gefeiert werden kann. Shops und Restaurants bedienen auch noch in der Nacht die hungrigen Partylöwen.

Tagsüber lohnt sich ein Ausflug zum Andradroatra-Wasserfall, der sich ganz in der Nähe von Madirokely befindet. Etwas versteckt zwischen Lianen und Moosen stürzt das Wasser hier über 50m in die Tiefe. Der glasklare Pool an seinem Fuß lädt zu einem Sprung ins kühle Nass ein.

In der Russian Bay erinnert ein Kriegerdenkmal an die Vergangenheit. Während des russisch-japanischen Krieges Anfang des 20. Jahrhunderts lagerten 25 russische Kriegsschiffe in dieser Bucht, um repariert zu werden. Einige der Soldaten, die währenddessen Krankheiten zum Opfer fielen, sind auf dem Friedhof auf Nosy Be begraben.

Lokobe-Naturreservat und Mont Passot

Um die fantastische Flora auf Nosy Be zu schützen wurde im Jahr 1923 das Lokobe-Naturreservat auf Nosy Be gegründet. Innerhalb seiner Grenzen sind noch unberührte tropische Regenwälder mit bis zu 40m hohen Baumriesen zu finden. Führungen durch den Dschungel starten in der kleinen Ortschaft Ampasipohy mitten im Reservat und sind die ideale Möglichkeit, die seltenen Pflanzen von Nosy Be kennen zu lernen. Zwischen der üppigen Vegetation tummeln sich farbenprächtige Vögel und die allgegenwärtigen keckernden Lemuren, für die Madagaskar so berühmt ist. Mit etwas Glück erhascht man sogar einen Blick auf die eindrucksvolle Madagaskar-Boa.

Tipp: Bei Wanderungen durch den tropischen Regenwald von Nosy Be sollten unbedingt feste Schuhe, Kopfbedeckung und Mückenschutz dabei sein!

Das Naturreservat ist nach dem Lokobe (auch Mont Passot genannt), dem mit 450m höchsten „Berg” von Nosy Be, benannt. In seinen ehemaligen Vulkankratern haben sich mehrere Kraterseen gebildet, die Krokodile zu ihrem Lebensraum auserkoren haben. Nicht nur wegen den ledrigen Raubtieren sollte man den Kraterseen allerdings nicht zu nahe kommen. Die Seen gelten als heilige Stätte der Ahnen und eine Annäherung ist daher tabu, es sei denn, man ist barfuß, nur mit einem Wickeltuch bekleidet und trägt keine Kopfbedeckung.

Von oben hat man einen unvergesslichen Blick über Nosy Be. Wer am späten Nachmittag aufbricht, erlebt auch das Schauspiel des Sonnenuntergangs über der Insel. Durch die vulkanische Hügellandschaft führt eine Straße, die nach Regenfällen oft ausgewaschen ist.

Tipp: Idyllischer als die Straße ist die etwa zweistündige Fußwanderung zum Gipfel des Lokobe. Der traumhafte Wanderweg durch Zuckerrohrfelder und weitläufige Wiesen beginnt direkt hinter der Zuckerfabrik in Dzamandjary und wer die 8km nicht mehr zu Fuß nach unten gehen möchte, kann sich vorab ein Taxi zum Gipfel bestellen.

Weitere Inseln um Nosy Be

Rund um Nosy Be befinden sich noch andere idyllische Inseln im Indischen Ozean im Norden Madagaskars. Nosy Komba (Lemureninsel), oder Nosy Ambariovato, ist die wichtigste besiedelte Insel im Umkreis von Nosy Be. Sie kann mit dem Boot erreicht werden und ist ein traumhaftes Stück Land aus einem 600m hohen Vulkan, der dicht mit Wäldern und Plantagen bewachsen ist. Wie der Name schon sagt, treiben hier die Lemuren ihr Unwesen, die von Touristen gerne gefüttert werden. Achtung; Die Tierchen sind ziemlich gierig und haben scharfe Zähne!

Daneben gibt es noch Nosy Mitsio, Nosy Faly, Nosy Sakatia und Nosy Tanikely. Letztere ist vor allem bei Tauchern für ihre atemberaubende Unterwasserwelt und das glasklare türkisblaue Meer bekannt.