Pedra de Lume, Sal, Kap Verde

Pedra de Lume im Nordosten von Sal war zu Zeiten des florierenden Salzhandels das Salzaubbauzentrum der Insel Sal, Kap Verde - © Piotr G / Shutterstock
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Pedra de Lume im Nordosten von Sal war zu Zeiten des florierenden Salzhandels das Salzaubbauzentrum der Insel. In den alten Salinen kann man heute im Stil des Toten Meeres ein schwereloses Bad nehmen.

Pedra de Lume („feuriger Stein”) liegt an der Ostküste von Sal und ist neben Sals traumhaften Stränden die zweite Hauptattraktion der Wüsteninsel der Kap Verden. Hier sickert Salzwasser in einen erloschenen Unterwasser-Vulkan, den Pedra de Lume, in dessen Krater durch die Verdunstung in der flirrenden Hitze eine riesige Salzpfanne entstanden ist.

Im Einsturzkrater eines erloschenen Unterwasser-Vulkans wurde in Pedra de Lume auf Sal bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts Salz abgebaut, Kap Verde - © Styve Reineck / Shutterstock
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In diesem Einsturzkrater wurde bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts Salz abgebaut. Eine einsame Kirche, die hölzernen Baracken und die verlassenen Maschinen formen eine einzigartige bizarre Szenerie unter der gleißenden Sonne über Sal.

Zu Anfang der Salzförderung mussten die Packtiere mit den schweren Salzsäcken noch über den Kraterrand klettern, erst 1804 wurde ein Tunnel durch die Kraterwand gegraben. 1922 wurden die Packtiere von Pedra de Lume durch eine revolutionäre Seilbahn abgelöst, die 25 Tonnen Salz pro Stunde transportieren. Zur Blütezeit des Salzhandels waren in Pedra de Lume mehrere hundert Arbeiter beschäftigt.

Zur Blütezeit des Salzhandels auf Sal waren auf den Salzfeldern von Pedra de Lume mehrere hundert Arbeiter beschäftigt, Kap Verde - © Styve Reineck / Shutterstock
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Eine Piste führt immer noch bis zu dem Tunnel, der ins Innere des Kraters führt, seit 1984 werden die Salzfelder auf Sal jedoch nur mehr für den Eigenbedarf genutzt und Pedra de Lume ist kaum noch bewohnt. Neben der atemberaubenden Kulisse können Besucher in der Salzpfanne ein Bad wie im Toten Meer genießen oder ein mineralreiches Schlammbad nehmen. Eine anschließende Dusche ist übrigens vor Ort möglich.


Salzabbau auf Sal

Wie auch die restlichen Inseln der Kap Verden wurde Sal im Jahr 1460 von den Portugiesen entdeckt und in Beschlag genommen. Ursprünglich hieß die Insel schlicht und einfach „Ilha Lhana” („flache Insel”). Seinen heutigen Namen erhielt Sal („Salz”) von den reichen Salzvorkommen um Pedro de Lume, welches in großem Stil gefördert und exportiert wurde. Anfang des 19. Jahrhunderts wurden pro Jahr 30.000 Tonnen Salz abgebaut, die Sal zu einer wohlhabenden Insel machten, deren Bevölkerung stetig wuchs. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts ging der Salz-Boom weiter, danach wurden die Salzwiesen aufgegeben und die meisten Maschinen dem Rost überlassen.