Cidade Velha, Santiago, Kap Verde

Cidade da Ribeira Grande de Santiago wird heute noch von der mächtigen Festung Fortaleza Real de São Felipe bewacht, die 1590 von den Portugiesen errichtet wurde, Kap Verde - © AlexanderManykin/Shutterstock
© AlexanderManykin/Shutterstock

Cidade da Riebeira Grande de Santiago, auch einfach nur als Cidade Velha („alte Stadt“) bekannt, auf der Insel Santiago ist die allererste Siedlung der Kap Verden und für jeden Santiago-Urlauber ein absolutes Muss!

Ein hoch interessanter Tagesausflug von Santiagos Hauptstadt Praia aus führt nach Cidade da Riebeira Grande de Santiago. Die 1462 gegründete Stadt ist die älteste Siedlung der Kap Verden und war die erste europäische Kolonialstadt in den Tropen. Sowohl Christoph Columbus als auch Vasco da Gama legten hier auf einem Weg zum amerikanischen Kontinent einen Zwischenstopp ein. Im Jahr 2009 wurde die Stadt von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Cidade da Ribeira Grande de Santiago liegt an der Südküste von Santiago etwa 10km westlich von Praia. Die Stadt hieß zu ihrer Blütezeit Ribeira Grande (nicht zu verwechseln mit Vila da Ribeira Grande, der Hauptstadt von Santo Antão), wird auch Cidade Velha („alte Stadt”) genannt und war einst die Hauptstadt der Insel.

Unterwegs in Cidade da Ribeira Grande de Santiago

Ein Stadtspaziergang durch Cidade da Ribeira Grande de Santiago beginnt am besten in der Ortsmitte. Hier werden Besucher vom „Pelourinho“, dem 1520 errichteten Pranger begrüßt. Das heutige Denkmal mit achteckigem Sockel und spiralförmiger Säule erinnert an die vergangenen Jahrhunderte, als das damalige Ribeira Grande das kapverdische Zentrum des Sklavenhandels darstellte. Hier wurden die Sklaven verkauft oder ausgepeitscht, wenn ihre Besitzer nicht zufrieden waren.

Rua Banana

Vom Pelourinho aus zweigt die Rua Banana ab, die deutlich an Portugal erinnert. Die Häuser, die diese schmucke Straße säumen, zeugen von einfachster portugiesischer Kolonialarchitektur. Mit Hilfe der UNESCO wurden sie originalgetreu und mit viel Liebe zum Detail restauriert und wieder aufgebaut. Die Häuser bestehen aus einem Gang und zwei Zimmern, gekocht und gearbeitet wurde auf der Straße.

Igreja Nossa Senhora do Rosário

Im Norden wird die Rua Banana von der eindrucksvollen Igreja Nossa Senhora do Rosário dominiert. Sie wurde bereits im Jahr 1495 errichtet und ist somit die älteste koloniale Kirche der Welt. Aufgrund ihrer Ausstattung zählt sie außerdem zu den historisch wertvollsten Baudenkmälern der Kap Verden. Sehenswert sind vor allem das Taufbecken aus kostbarem Alabaster und die Taufkapelle. Die blumigen Motive im Gewölbe der Kapelle zeugen sowohl von portugiesischen, als auch von maurischen Einflüssen und haben Ähnlichkeit mit jenen im Jenonimos-Kloster in Lissabon. Ebenfalls aus Portugal bekannt sind die zahlreichen Azulejos, die kunstvolle bemalten Kacheln der Kirche.

Convento de São Francisco

Bergauf weisen Schilder den Weg zum Convento de São Francisco. Vorbei an einer Destille für den traditionell kapverdischen Grogue inklusive grünspaniger Kupferhaube und ochsenbetriebener Zuckerpresse gelangt man zu den Überreisten des altehrwürdigen Gemäuers. Das Kloster wurde im Jahr 1642 errichtet, um Priester auszubilden, die um Gottes Schutz gegen Malaria, Piraten und andere Gefahren bitten und die sündigen weißen Männer, die sich mit schwarzen Sklavinnen einließen, zu bekehren.

Catedral da Sé

Wieder zurück im Dorf bietet sich ein Besuch der zweiten bedeutenden Kirche in Cidade da Ribeira Grande de Santiago an. Die Catedral da Sé liegt deutlich erhöht direkt an der Küste. Durch häufige Änderungen der Baupläne dauerte ihre Bauzeit von 1555 bis 1693. Mit der prunkvollen Kathedrale sollte die Gottgefälligkeit des damals noch wohlhabenden Ribeira Grande bewiesen werden. Doch für die Fertigstellung und Erhaltung fehlten die Mittel, für die Innendekoration reichte das Geld schon damals nicht aus. Viele Stadtbewohner nutzten die Catedral da Sé als Steinbruch, wie die hellen, behauenen Kalksteine in vielen Bauten der Stadt bezeugen. Heute befindet sich die Kathedrale nach wie vor in einem ruinenhaften Zustand, wird jedoch als Freiluftbühne mit Blick aufs Meer genutzt.

Fortaleza Real de São Felipe

Unübersehbar wird Cidade da Ribeira Grande de Santiago heute noch von der mächtigen Festung Fortaleza Real de São Felipe bewacht, die 1590 von den Portugiesen errichtet wurde. Das Fort sollte die Hauptstadt Santiagos vor Piraten schützen, die leicht über Praia auf die Insel gelangen und Ribeira Grande dann aus dem Hinterland angreifen konnten. Damals trieb vor allem der berüchtigte Francis Drake vor der afrikanischen Küste sein Unwesen.

1712 wurde Ribeira Grande schließlich vom Piraten Jaques Cassart erobert und zerstört. Mit dieser Attacke wurde auch der Untergang der einst so florierenden Stadt eingeleitet, denn danach wurde die Hauptstadt nach Praia verlegt. 1960 wurde die Fortaleza Real de São Felipe von der portugiesischen Regierung zwar wieder aufgebaut, jedoch nicht historisch völlig korrekt. Ein kleines Informationszentrum auf der Hochebene im Eingangsbereich sorgt für Erfrischungen. Die mit historischen Kanonen bestückte Bastion im Süden bietet beeindruckende Ausblicke aufs Meer hinaus.