Tuli-Block, Botswana

Ein Kaffernadler segelt über die Landschaft des Tuli-Blocks in Botswana - © Villiers Steyn / Shutterstock
© Villiers Steyn / Shutterstock

Der Tuli-Block liegt in der östlichen Ecke Botswanas am Fluss Tuli zwischen Simbabwe und Südafrika und bietet Tausenden Wildtieren und Vögeln ein Zuhause.

Der Tuli-Block liegt in der östlichen Ecke Botswanas zwischen Simbabwe im Norden und Südafrika im Süden. Der Tuli ist eigentlich ein Fluss in Simbabwe, der Begriff „Block” bezeichnet ein großes Stück Land, das ungefähr 800.000 Hektar umfasst. Man erreicht es über eine Straße aus Südafrika oder über alle größeren Städte Botswanas.

Der Tuli-Block ist das größte in Privatbesitz befindliche Wildschutzgebiet des südlichen Afrika. Dazu gehören unter anderem das Mashatu Wildreservat, das Tuli Naturreservat sowie mehrere andere kleinere Wildreservate.

Wie im restlichen Botswana ist auch der Tuli-Block von zwei Jahreszeiten beherrscht: dem trockenen und in der Nacht eher kalten Winter, der von Mai bis Oktober andauert, und dem von November bis April währenden Sommer, der sich durch die Regenzeit und somit durch warmes und feuchtes Klima auszeichnet. Während der trockenen Wintermonate verkümmert die ansonsten üppige und grüne Vegetation und die Landschaft wirkt ärmlich und karg. Dies hat allerdings den Vorteil, dass vor allem scheue und seltene Tiere, wie zum Beispiel der Leopard, durch das weniger dichte Buschwerk leichter gesichtet werden können. Zur Beobachtung der Tiere eignet es sich, eine Wasserstelle aufzusuchen, da sie sich gerade während des Winters vermehrt an diesen Stellen aufhalten. Die rund 350 verschiedenen Vogelarten beobachtet man allerdings besser im Sommer, da während dieser Monate auch Zugvögel von anderen Kontinenten eine vorübergehende Bleibe im Tuli-Block finden.

Eine Löwin im Tuli Block in Botswana - © Stefanie van Vinden/Shutterstock
© Stefanie van Vinden/Shutterstock

Aber nicht nur Wildtiere und Vögel sind im Tuli-Block gut zu sehen, auch der Sternenhimmel bietet einen faszinierenden Anblick. Durch die klaren Nächte und die Abwesenheit von Luftverschmutzung oder hellen Lichtquellen sind die Sterne zu Tausenden zu sehen.

Unterwegs im Tuli-Block

Während des ganzen Jahres kann man den Tuli-Block mit dem Rad oder zu Fuß erkunden. Safaris mit dem Jeep werden hauptsächlich während der Wintermonate angeboten, da in dieser Zeit die Straßen aufgrund der Trockenheit besser zu befahren sind. Anders als im restlichen Botswana, wo nächtliches Fahrverbot in der Wildnis herrscht, werden im Tuli-Block auch Fahrten in der Nacht angeboten. Bei dieser Gelegenheit kann man auch nachtaktive Tiere wie den Leoparden, den Erdwolf oder das Erdferkel zu Gesicht bekommen. Auch in Rudeln lebende Hyänen sind in der Nacht unterwegs. Ihre keuchenden und kichernden Laute verleihen der nächtlichen Wildnis eine ganz besondere Atmosphäre.

Aufgrund der riesigen, uralten Bäume wie zum Beispiel den für Afrika typischen Baobab-Baum und der aus urzeitlichen Granit- und Basaltgestein geschnittenen Felsformationen trägt der Tuli-Block berechtigterweise den Beinamen „Land der Riesen”. Diese Bezeichnung wird auch bei einem Naturwunder tragend, das sich „Solomon’s Wall” nennt. Dabei handelt es sich um etwa 30 Meter hohe Basaltklippen, die vor langer Zeit zu einem natürlichen Damm über den Fluss Motloutse geformt wurden. Dahinter staute sich ein riesiger See auf, von dem aus während der Regenzeit ein beeindruckender Wasserfall in die Tiefe stürzt. Mit sich führt er Quarz, Achat und andere Halbedelsteine; weiter oben an seinem Verlauf wurden im Sand vor einiger Zeit die ersten angeschwemmten Diamanten gefunden.

Wenn aus Hunden Ziegen werden

Nördlich des Tuli-Blocks liegt der Ort Molalatu, wo heute noch Nachkommen der früheren Ureinwohner leben. Sie halten Vieh, das sie mit einer ganz speziellen Methode gegen die Tiere der Wildnis schützen: So genannte Ziegenhunde werden gezüchtet. Diese Hunde werden als Welpen an Ziegen gegeben und von ihnen gesäugt. Unter Ziegen aufgewachsen, gelangen die Welpen zu der Überzeugung, selbst eine Ziege zu sein, wobei sie aber all ihre Hundeinstinkte behalten. Werden die Hunde älter, begleiten sie die Ziegenherden in der Wildnis und schützen sie vor Räubern. Gegen größere Tiere hätten die Hunde keine große Chance, oft reicht allerdings der Moment der Überraschung, den sie auf ihrer Seite haben. So manche Großkatze oder Hyäne lässt sich allein durch die Anwesenheit dieser Beschützer vertreiben. Gegen einen geringen Geldbetrag können sich Besucher vom Talent der Ziegenhunde überzeugen.

Weiterführende Links:

Offizielle Website des Tuli-Blocks (englisch)