Tahrir Platz in Kairo, Ägypten

Der Tahrir Platz in Kairo war Schauplatz mehrere politischer Unruhen und Umbrüche, weltweiten Ruhm erlangte er vor allem durch die ägyptische Revolution 2011, als der ägyptische Staatspräsident durch die Bevölkerung vertrieben wurde.

Der Tahrir-Platz (Platz der Befreiung) bildet das Zentrum der ägyptischen Hauptstadt Kairo. Der Tahrir-Platz hieß ursprünglich „Midan al-Ismailiyya“, nach dem damaligen Vizekönig Ismail Pascha. Dieser wollte im 19. Jahrhundert die Architektur Kairos an europäische Großstädte anlehnen. Mit weitläufigen Boulevards, ausladenden Plätzen und großzügigen Uferpromenaden versuchte er, ein „Paris am Nil“ zu schaffen.

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Der Platz erhielt im Jahr 1952 den Namen der Freiheit, als nach den beiden Weltkriegen die letzten britischen Besatzungstruppen abzogen, das regierende Königshaus in einem Militärputsch durch die ägyptische Armee gestürzt und die Republik Ägypten ausgerufen wurde.

Neben der historischen Bedeutung des Tahrir-Platzes ist der weitläufige Platz vor allem ein guter Ausgangspunkt für Sight-Seeing-Touren durch Kairo und steht deshalb auch auf unserer Liste der Top 10 Sehenswürdigkeiten von Ägypten.

Bauten am Tahrir Platz

Rund um die begrünte Verkehrsinsel mit dem fünfspurigen Kreisverkehr gruppieren sich mehrere bedeutende Bauwerke der Hauptstadt Ägyptens. Dazu gehören:

  • staatliche Verwaltungsgebäude, wie der Präsidentenpalast und das Parlamentsgebäude
  • das Hotel „The Nile Hilton“
  • das ägyptische Nationalmuseum
  • die amerikanischen Universität Kairo
  • der Sitz der Arabischen Liga

Im Nordosten des Platzes steht ein Denkmal von Omar Makram, der die Widerstandskämpfe gegen die Besatzung durch Napoleon anführte. Auch die Zentrale der Nationaldemokratischen Partei Ägyptens, dessen Vorsitzender der ehemalige Staatspräsident Husni Mubarak war, befindet sich am Tahrir-Platz. Bei der Revolution Anfang 2011 wurde sie durch einen Brand stark beschädigt. So kam es dazu….

Arabischer Frühling 2011

Seit der Gründung der Republik Ägypten war der Tahrir-Platz immer wieder Schauplatz politischer Unruhen, Kundgebungen und Demonstrationen. So zum Beispiel die gewaltsamen „Brotunruhen“ im Jahre 1977 oder die Proteste gegen den Irakkrieg in den Jahren 1991 und 2003

Weltweite Berühmtheit erlangte der Tahrir-Platz aber vor allem durch die Revolution im Arabischen Frühling Anfang 2011. Nachdem der 25. Jänner 2011 zum „Tag des Zorns“ ausgerufen wurde, demonstrierten erstmals an die 15.000 Menschen am Tahrir-Platz gegen das Regime des damaligen Staatspräsidenten Husni Mubarak. Sie verlangten mehr Freiheit, Demokratie und die Einhaltung der Menschenrechte. Und nicht zuletzt den Rücktritt von Mubarak.

Es wurden in den folgenden Tagen immer mehr, der Tahrir-Platz verwandelte sich in eine Zeltstadt, die anfangs friedlichen Demonstrationen begannen langsam zu eskalieren. Stundenlange blutige Straßenkämpfe zwischen der Polizei und den Regime-Gegnern waren die Folge. Am 1. Februar kündigte der Staatspräsident Mubarak seinen Rücktritt an, Kairo verließ er jedoch erst 10 Tage später, was in den Straßen der Hauptstadt für volksfestähnliche Ausgelassenheit sorgte.

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Der Tahrir-Platz wurde damit zum Symbol der ägyptischen Revolution, Ende 2011 wurde durch den Gouverneur von Kairo ein Gestaltungswettbewerb für den Platz der Befreiung ausgerufen. Die Aufbruchstimmung verebbte allerdings rasch, statt neu bebaut zu werden, wurde der Tahrir-Platz 2013 wieder zu einer Art militärischem Sperrgebiet, auf dem das neue staatliche Regime jedes Aufflackern von Freiheit oder Demokratie sofort im Keim erstickt.

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