Insel Elephantine, Ägypten

Die Insel Elephantine im Nil in der Nähe von Assuan gilt aufgrund seiner außerordentlich gut erhaltenen Bauten aus der Zeit der Pharaonen als archäologisches Juwel, Ägypten - © fadamson / Fotolia
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Die Insel Elephantine im Nil in der Nähe von Assuan gilt aufgrund ihrer hohen Lage und der dadurch außerordentlich gut erhaltenen Bauten aus der Zeit der Pharaonen als archäologisches Juwel. Die Entwicklungsgeschichte der Siedlungen können über 4.000 Jahre zurückverfolgt werden.

Die Nil-Insel Elephantine in Ägypten ist ein Teil der Stadt Assuan und gilt als archäologisches Juwel. Nirgendwo sonst kann die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte einer altägyptischen Siedlung aus der Pharaonen-Zeit vollständiger nachvollzogen werden. Im Gegensatz zu vielen anderen Bauten am Flussufer lagen diese um einiges höher auf ihrer Insel im Nil und waren so vor den natürlichen Überflutungen des Nil als auch vor den Fluten, die durch den Assuan-Staudamm gestaut wurden, gefeit. Die Fundamente der übereinander geschichteten Bauten sind bis zu 12 Meter hoch, was einem Zeitraum von mehr als 4.000 Jahren entspricht.

Ursprünglich wurde die 1.200 Meter lange und 400 Meter breite Insel regelmäßig vom Nil überflutet und dadurch für einige Wochen in zwei Teile geteilt. Seit Anfange des dritten Jahrtausends vor Christus sank jedoch durch klimatische Veränderungen der Nilwasserspiegel und die Inseln konnten „zusammenwachsen”. Bis heute sind auf der Insel entlang einer Monumentaltreppe mit 90 Stufen die arabischen, römischen und Hieroglyphen-Markierungen eines Nilometers zu sehen, die den Stand des Nilwassers maßen. Damals war dies für die Durchquerung dieses Flussteils lebensnotwendig. Der Wasserstand des Nils diente außerdem zur Abschätzung der Ernte und den damit verbundenen Steuerzahlungen.

Im ägyptischen Altertum wurde die Insel Elephantine vor allem wegen ihrer Vorkommen an Rosengranit frequentiert, das für viele Bauvorhaben der Pharaonen verwendet wurde. Auch ihren Namen erhielt die Insel aus dem Alten Ägypten. An der Grenze zwischen Ägypten und Nubien gelegen, war sie ein „Abu” – ein Elefantenlagerplatz.

Elephantine – Archäologisches Juwel Ägyptens

In der ersten Dynastie, um 3.000 vor Christus wurden Festungsanlagen aus Lehmziegeln inkl. Behausungen für die Soldaten und ihre Familien errichtet. Als Machtdemonstration wurde eine granitene Stufenpyramide auf der Insel Elephantine, sowie ein Tempel für die „Herrin von Elephantine”, der Göttin Satis, erbaut. Die Lehmziegelbauten wurden im Lauf der Zeit durch Holz und Stein abgelöst. Die einzige Pharaonin Ägyptens, Hatschepsut, ließ den Tempel der Satis um etwa 1.500 vor Christus vergrößern.

Neben der Ausgrabungen der Festungs- und Tempelanalagen stellten die Papyri der Insel Elephantine ein archäologisches Highlight dar. Die Sammlung von Papyrus-Rollen in aramäischer Sprache enthält private und wirtschaftliche Texte, wie zum Beispiel Steuerlisten, Kaufverträge oder Heiratsurkunden, Briefe und Rechtsdokumente. Diese Dokumente geben Aufschluss über einige Vorkommnisse der damaligen Zeit, wie zum Beispiel der Zerstörung und des Wiederaufbaus des Chnum-Tempels oder der Vorbereitung für Feierlichkeiten. Sie bezeugen damit die Existenz einer aramäisch-sprachigen jüdischen Bevölkerung auf der Insel Elephantine. Teilweise ließen sich sogar einige wenige Parallelen zum Alten Testament ziehen.

Highlights auf Elephantine

Ein Besuch der Insel Elephntine lohnt sich in jedem Fall, vor allem weil durch den immer größer werdenden Besucherstrom die Idylle der Insel langsam verloren geht. Neben den jahrtausendalten Ausgrabungen und dem Assuan-Museum ist auch die natürliche Umgebung der Insel eine Reise wert. Ein Spaziergang durch die beiden nubischen Dörfer, die teilweise noch aus den ursprünglichen Lehmziegel-Häusern bestehen, lässt erahnen, wie das Leben zur Zeit der Pharaonen ausgesehen hat.